Volkswagen plant radikale Stellenstreichungen – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Jonas HofmannVolkswagen plant radikale Stellenstreichungen – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Volkswagen bereitet sich auf massive Stellenstreichungen vor, von denen bis zu 100.000 Mitarbeiter betroffen sein könnten. Die Aktie des Konzerns wird derzeit mit einer niedrigen Bewertung gehandelt: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt in diesem Jahr bei 3,7 und für 2027 bei 3,0. Analysten prognostizieren für das kommende Jahr einen Gewinn je Aktie von 24,21 Euro, während der aktuelle Kurs bei 72,54 Euro steht.
Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli zusammentreten, um über die geplanten Kürzungen und weitere Reformen zu beraten. Die Arbeitnehmervertreter wurden vor der Bekanntgabe nicht konsultiert. Zu den Maßnahmen könnte auch die Schließung von vier deutschen Werken gehören, darunter Hannover und Emden.
Die Unternehmensführung hat eingeräumt, dass mehrere Sparten weiterhin nicht wettbewerbsfähig sind und daher eine weitere Restrukturierungsrunde notwendig sei. Eine einflussreiche links-grüne Gruppierung innerhalb des Konzerns hatte zuvor hohe Löhne und große Belegschaften für die Fließbandarbeiter durchgesetzt. Allerdings hält das Land Niedersachsen, das 20,2 Prozent der Volkswagen-Anteile besitzt, eine Sperrminorität und kann weitreichende Entscheidungen blockieren.
Bis zu 100.000 Arbeitsplätze stehen nun im gesamten Unternehmen auf dem Spiel. Die vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, die seit langem bestehenden Wettbewerbsprobleme zu lösen. Das Ergebnis der Julisitzung wird über die nächsten Schritte der Reformen entscheiden.
