19 March 2026, 14:16

Villeroy & Boch korrigiert Prognose 2026 nach Nahost-Krise drastisch nach unten

Infografik-Poster, das eine Weltkarte mit hervorgehobenen Ländern und Texten zeigt, die die wirtschaftlichen Auswirkungen des TPP auf die USA erklären, einschließlich Statistiken zum Handel und zur globalen Wirkung.

Iranischer Krieg belastet Ausblick für Villeroy & Boch - Villeroy & Boch korrigiert Prognose 2026 nach Nahost-Krise drastisch nach unten

Villeroy & Boch senkt Prognose für 2026 nach Eskalation im Nahen Osten

Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat seine Finanzziele für 2026 deutlich nach unten korrigiert, nachdem der eskalierende Konflikt im Nahen Osten wichtige Absatzmärkte erschüttert hat. Das Unternehmen, das weltweit fast 12.000 Beschäftigte zählt, rechnet nun mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen – bedingt durch die Instabilität in Israel und den Golfstaaten.

Besonders betroffen ist die Hotellerie-Branche, ein zentraler Umsatzträger für Villeroy & Boch, deren Lieferketten durch den Krieg schwer beeinträchtigt wurden.

Noch im Jahr 2025 hatte das Unternehmen einen Nettogewinn von 14,7 Millionen Euro erzielt – mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts (6,6 Millionen Euro in 2024). Auch der Umsatz war um 1,8 Prozent auf rund 1,45 Milliarden Euro gestiegen. Doch seitdem hat sich die Lage dramatisch verschärft.

Seit der Prognose des Unternehmens im März 2024 hat sich der Konflikt im Nahen Osten massiv zugespitzt. Ein brüchiger Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah im November 2024 brach zusammen, woraufhin die Kämpfe wieder aufflammten. Anfang 2025 griff Israel Beirut an und tötete dabei Führungskräfte der Hisbollah, während der Iran Drohnenangriffe auf Golfstaaten flog – darunter einen Anschlag auf die US-Botschaft in Riad. Im Oktober 2025 hielt zwar eine vorübergehende Feuerpause im Gazastreifen, doch Israel bereitete eine Großoffensive auf Gaza-Stadt vor. Im Februar 2026 weiteten US-amerikanische und israelische Schläge gegen den Iran den Konflikt schließlich zu einem regionalen Krieg aus, in den pro-iranische Milizen verwickelt wurden. Die USA drohten daraufhin mit weiterer Eskalation.

Die Folgen für Villeroy & Boch sind verheerend: In Israel und den Golfstaaten – Schlüsselmärkte für die Sparten Hotellerie und Gastronomie – fallen die Umsätze komplett aus. Für April werden dort nur noch 30 Prozent der Vorjahreswerte erwartet. Das Unternehmen hat seine Prognose für 2026 daher deutlich nach unten korrigiert: Der Umsatz soll im mittleren bis hohen einstelligen Bereich sinken, das bereinigte EBIT wird nun auf lediglich 75 bis 85 Millionen Euro taxiert – deutlich unter den früheren Erwartungen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Heimatregion Saarland, wo rund 1.700 Mitarbeiter beschäftigt sind, bleibt zwar von den direkten Umsatzausfällen verschont. Doch der allgemeine Abschwung zwingt die Führungsetage, sich auf geringere Erträge im gesamten Konzern einzustellen.

Der anhaltende Krieg hat Villeroy & Boch zwei entscheidende Absatzmärkte gekostet – eine Erholung ist nicht in Sicht. Statt des Wachstums von 2025 drohen nun sinkende Umsätze und Gewinne für 2026. Die Unternehmensführung muss die Geschäfte umstellen, während der Konflikt weiterhin den Handel belastet.

Quelle