USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und lösen politische Debatte aus
Jonas HofmannUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und lösen politische Debatte aus
Die USA haben Pläne bekannt gegeben, 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Der Schritt hat bei deutschen Politikern quer durch die Parteien Kritik ausgelöst – mit Sorgen über die Sicherheit und die langjährige militärische Zusammenarbeit.
Die linksgerichteten Sozialdemokraten (SPD) reagierten prompt. Die SPD-Verteidigungsexpertin Siemtje Möller nannte die Drohungen von Präsident Trump „unberechenbar“ und bezeichnete den Abzug als „strategisch unbegründet“. Sie forderte europäische Staaten auf, ihre Investitionen in eine eigene „Sicherheitsarchitektur“ zu beschleunigen, um die entstehende Lücke zu schließen.
Der konservative CDU-Politiker Jürgen Hardt warnte, die Entscheidung schwäche die jahrzehntelange konventionelle Abschreckung. Er betonte die Bedeutung der US-Stützpunkte in Deutschland, etwa des EUCOM in Stuttgart und der Ramstein Air Base. Hardt mahnte zudem, die Unsicherheiten einzudämmen, und verwies auf die starke transatlantische Zusammenarbeit des vergangenen Jahres als Grundlage für die Zukunft.
Der Militär-experte Carlo Masala wies auf ein separates, aber dringendes Problem hin: die Streichung einer für 2024 geplanten US-deutschen Vereinbarung über Raketenstationen. Seiner Einschätzung nach stellt dies eine größere Bedrohung dar als die Truppenverlegung selbst.
Unterdessen spielte die linke Partei Die Linke den Abzug herunter. Der Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann bezeichnete ihn als „viel Lärm um nichts“ und wiederholte die langjährige Forderung seiner Partei nach einer Schließung aller US-Militärstandorte in Deutschland. Er verwies darauf, dass allein in Rheinland-Pfalz rund 6.500 Deutsche für die US-Streitkräfte arbeiten – ein Hinweis auf die möglichen wirtschaftlichen Folgen.
Der Truppenabzug der USA hat die politischen Spannungen in Deutschland offenbart. Während die einen darin eine marginale Veränderung sehen, warnen andere vor weitreichenden Sicherheitsrisiken. Die Debatte dreht sich nun darum, wie Europa seine Verteidigungsstrategien in den kommenden Jahren anpassen wird.






