US-Zölle belasten deutsche Maschinenbauer mit Rekorddruck und sinkenden Umsätzen
Clara HartmannBDI-Präsident: US-Handelsabkommen umsetzen - US-Zölle belasten deutsche Maschinenbauer mit Rekorddruck und sinkenden Umsätzen
Deutsche Maschinenbauer stehen unter wachsendem Druck durch US-Zölle auf Stahl, Aluminium und deren Verarbeitungsprodukte. Die Aufträge und Umsätze sind stark zurückgegangen, während neue Untersuchungen zu Maschinen und Robotik die Lage zusätzlich belasten. Trotz gewisser Fortschritte in den Handelsgesprächen bleibt die Unsicherheit für europäische Unternehmen bestehen.
Im vergangenen Sommer hatten die Präsidentin der Europäischen Kommission und der damalige US-Präsident eine vorläufige Einigung erzielt. Demnach sollten die meisten EU-Exporte in die USA mit einem Höchstzoll von 15 Prozent belegt werden. Doch dieses Abkommen muss noch vom Europäischen Parlament ratifiziert werden.
Die USA halten weiterhin hohe Zölle – zwischen 30 und 40 Prozent – auf Autos, Stahl und Aluminiumprodukte aufrecht. Diese waren von einem jüngsten Urteil des Obersten Gerichtshofs unberührt geblieben, das US-Gegenzölle als Signal für regelbasierten Handel abgelehnt hatte. Gleichzeitig belässt Washington die Zölle auf Autoteile, Zivilflugzeuge und Rohstoffe auf einem niedrigeren Niveau, wie in früheren Vereinbarungen festgelegt.
Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments, schlägt vor, die Umsetzung des Zollabkommens vorerst auszusetzen. Er betont, dass zunächst Klarheit und Rechtssicherheit geschaffen werden müssten. Peter Leibinger, Chef des Spitzenverbandes der deutschen Industrie, warnt hingegen, dass eine Aussetzung der Vereinbarung die Unsicherheit für europäische Unternehmen nur verstärken würde.
Leibinger räumt ein, dass Fortschritte bei der Reduzierung der zollpflichtigen Produktliste erzielt wurden. Dennoch ruft er die deutsche Industrie dazu auf, trotz der wechselhaften US-Politik wie gewohnt weiterzuarbeiten. Zugleich empfiehlt er dem Europäischen Parlament, das bereits ausgehandelte Zollabkommen mit den USA wie geplant zu billigen.
Nun müssen die Verhandlungen intensiviert werden, um die verbleibenden hohen Zölle auf Schlüsselsektoren zu senken. Das Ergebnis wird die Handelsbedingungen für deutsche und europäische Unternehmen in den kommenden Jahren prägen. Bis dahin sehen sich die Firmen weiterhin mit anhaltender Unsicherheit konfrontiert, während die politischen und rechtlichen Diskussionen andauern.






