UniCredit überrumpelt Commerzbank mit 35-Milliarden-Offerte – wer gewinnt das Banken-Duell?
Theo MayerUniCredit überrumpelt Commerzbank mit 35-Milliarden-Offerte – wer gewinnt das Banken-Duell?
UniCredit startet Übernahmeschachzug: 35-Milliarden-Euro-Angebot für Commerzbank
Die italienische Großbank UniCredit hat mit einem kühnen Vorstoß die Finanzwelt aufgerüttelt: Sie legte ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der Commerzbank vor – ein Deal im Volumen von knapp 35 Milliarden Euro. Die Ankündigung ließ den Commerzbank-Kurs am Montag um fast 10 Prozent hochschnellen und veränderte schlagartig die Stimmung an den Märkten.
Das Angebot bewertet jede Commerzbank-Aktie mit 30,80 Euro und liegt damit 4 Prozent über dem Schlusskurs vom 13. März 2026. Aktionäre würden für jede gehaltene Commerzbank-Aktie 0,485 neue UniCredit-Papiere erhalten. Nach Bekanntwerden der Pläne kletterte der Kurs weiter und verzeichnete im jüngsten Handel ein Plus von 4,19 Prozent.
Strategischer Druck – aber massive Gegenwehr Marktbeobachter werten den Vorstoß als taktischen Schachzug von UniCredit-Chef Andrea Orcel, um Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen. Doch das Vorhaben stößt auf scharfen Widerstand: Die deutsche Bundesregierung, die Gewerkschaft Verdi sowie der Betriebsrat der Commerzbank lehnen die Übernahmeversuche vehement ab und verurteilen das Angebot.
Börsen reagieren nervös – DAX im Spannungsfeld Die Übernahmepläne wirbelten auch die breiten Märkte durcheinander. Der DAX, Deutschlands wichtigster Aktienindex, notiert weiterhin rund 4,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Seine weitere Richtung hängt maßgeblich vom Ausgang des Übernahmepokers ab: Ein Anstieg über die Marke von 24.000 Punkten würde technisch als Stärkesignal gelten, während ein Fall unter 22.900 Punkte weitere Verkäufe auslösen könnte. Gleichzeitig belasteten schwankende Ölpreise zyklische Werte und Reiseunternehmen, während Bayer und Siemens Energy von positiven Studiendaten profitierten.
Optimismus trotz politischer und gewerkschaftlicher Blockade Trotz des Widerstands aus Politik und Gewerkschaften trieb der Übernahmeversuch den Commerzbank-Kurs nach oben – ein Zeichen für die Zuversicht der Anleger. Die weitere Entwicklung des DAX hängt nun entscheidend vom Ausgang des Übernahmekampfs ab. Gelingt der Deal, würde er die europäische Bankenlandschaft neu ordnen. Doch regulatorische Hürden und die Ablehnung wichtiger Stakeholder bleiben erhebliche Stolpersteine.






