Thyssenkrupp-Aktie bricht um 31 Prozent ein – Ölpreisschock verschärft die Krise
Clara HartmannThyssenkrupp-Aktie bricht um 31 Prozent ein – Ölpreisschock verschärft die Krise
Industriegigant Thyssenkrupp in der Krise: Aktie stürzt um 31 Prozent ab
Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp steckt in schweren Turbulenzen – innerhalb von nur 30 Tagen brach der Aktienkurs um 31 Prozent ein. Mit einem Kurs von 7,46 Euro markiert das Unternehmen ein 52-Wochen-Tief, belastet durch steigende Kosten und harte Konkurrenz. Gleichzeitig schnellen die Ölpreise auf Werte, wie sie seit Jahren nicht mehr verzeichnet wurden, und setzen energieintensive Branchen zusätzlich unter Druck.
Auslöser der aktuellen Krise war ein rasanter Anstieg der Ölpreise angesichts der Spannungen im Nahen Osten. Die Nordsee-Sorte Brent notiert mittlerweile bei rund 113 US-Dollar pro Fass, während das OPEC-Öl sogar auf etwa 143 Dollar geklettert ist. Der Konflikt um den damaligen US-Präsidenten Trump und mögliche Blockaden in der Straße von Hormus haben die globale Versorgung durcheinandergebracht – die Welt verzeichnet ein Minus von etwa 11 Millionen Barrel pro Tag. Historische Preisschübe, wie während des Jom-Kippur-Kriegs 1973, der Iranischen Revolution 1979 oder des Golfkriegs 1990, zeigen, wie geopolitische Unruhen die Preise in die Höhe treiben können.
Bei Thyssenkrupp verschärften sich die Probleme, als parallel zu den Ölpreisen auch die Produktionskosten stiegen. Billigimporte setzen zudem die europäischen Standorte unter Druck, sodass das französische Werk seine Produktionskürzungen ausweiten musste. Die finanzielle Belastung des Konzerns fällt in eine Phase, in der Bundeskanzler Friedrich Merz Zweifel am geplanten Kohleausstieg Deutschlands bis 2038 äußert.
Als Reaktion auf die Energiekrise bereitet die Bundesregierung nun ein "Entlastungspaket für Spritpreise" vor, um Unternehmen und Verbraucher zu entlasten.
Der Einbruch der Thyssenkrupp-Aktie spiegelt die größeren wirtschaftlichen Belastungen durch hohe Ölpreise und schwache Nachfrage wider. Die geplanten Hilfsmaßnahmen der Regierung sollen zwar einen Teil der Kosten abfedern, doch energieabhängige Industrien blicken weiterhin einer unsicheren Zukunft entgegen. Solange die geopolitischen Spannungen die Ölpreise volatil halten, bleiben weitere Verwerfungen möglich.






