02 April 2026, 14:08

Thüringen testet Prävention gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Gruppe von Kindern, die an einem Schreibtisch mit zwei Computermonitoren, Tastatur und Maus sitzen und an einem Video-Chat in einem Klassenzimmer mit einem Vorhang als Hintergrund teilnehmen.

Thüringen testet Prävention gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen bringt digitalisierte sexualisierte Gewalt in den Unterricht

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Ein dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen hat das Thema digitale sexualisierte Gewalt in die Klassenzimmer gebracht. Die Expertin Yasmina Ramdani leitete Workshops für rund 5.000 Schüler:innen und setzte dabei kreative Methoden ein, um Diskussionen anzuregen. Die Initiative, finanziert vom Landesjugendamt, war die erste ihrer Art in Deutschland.

Fast die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland war bereits von sexualisierter Gewalt im Netz betroffen, wie eine Studie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit zeigt. Delikte wie Cybergrooming ermöglichen es Täter:innen, Kinder und Jugendliche in einem weitaus größeren Maßstab zu erreichen als im realen Leben. Viele Vorfälle geschehen zudem im Freundeskreis oder in Klassenchats – oft aus Naivität statt mit böser Absicht.

In ihren Workshops nutzte Ramdani unter anderem Bingokarten, um Schüler:innen dabei zu helfen, digitale Erlebnisse mit realen Gesprächen zu verknüpfen. Lehrkräfte erkannten zwar die Bedeutung des Themas, fühlten sich aber häufig unsicher, wie sie es angehen sollten. Das Projekt sollte ihnen konkrete Hilfestellungen bieten.

Auch Eltern wurden dazu ermutigt, das eigene Verhalten zu reflektieren und mit ihren Kindern über Grenzen zu sprechen. Ramdani betonte, dass die Sicherheit von Kindern im Netz maßgeblich von der Begleitung durch Erwachsene abhängt. Prävention, so ihr Argument, sei weitaus kostengünstiger als die Bewältigung der langfristigen Schäden durch digitalen Missbrauch.

Das Pilotprojekt erreichte tausende Schüler:innen in ganz Thüringen und stattete sie mit Werkzeugen aus, um sich in der digitalen Welt sicherer zu bewegen. Zwar gibt es bundesweit keine Daten zu ähnlichen Programmen, doch die Initiative unterstrich den Bedarf an strukturierter Präventionsarbeit. Schulen, Eltern und Politiker:innen haben nun ein Modell, auf dem sie aufbauen können.

Quelle