Tesla senkt Fehlzeiten in Grünheide drastisch – doch der Preis ist hoch
Theo MayerTesla senkt Fehlzeiten in Grünheide drastisch – doch der Preis ist hoch
Krankheitsbedingte Fehlzeiten im Tesla-Werk Grünheide sind in den letzten Monaten stark zurückgegangen. Im August 2024 hatten die Ausfallquoten noch bei bis zu 17 Prozent gelegen, mittlerweile liegen sie unter fünf Prozent. Der Rückgang folgt auf eine Reihe strenger Maßnahmen des Unternehmens gegen überdurchschnittliche Fehlzeiten.
Tesla geht hart gegen krankheitsbedingte Abwesenheiten vor. Mitarbeiter, die längerfristig fehlen, erhielten Schreiben, in denen das Unternehmen androhte, in bestimmten Fällen die Lohnfortzahlung einzustellen. Einige Beschäftigte wurden aufgefordert, detaillierte medizinische Unterlagen vorzulegen – darunter Symptombeschreibungen sowie Entbindungserklärungen, mit denen Ärzte von der Schweigepflicht entbunden werden.
Nach deutschem Arbeitsrecht dürfen Arbeitgeber Krankschreibungen hinterfragen, wenn berechtigte Zweifel bestehen. Allerdings könnten Teslas Forderungen nach medizinischen Details über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Aktuell sind Unternehmen verpflichtet, bei Krankheit bis zu sechs Wochen lang weiter Lohn zu zahlen – sofern es sich nicht um eine völlig neue Erkrankung handelt.
Der Konflikt spiegelt die größeren Spannungen zwischen Teslas Effizienzbestrebungen und den anhaltenden Auseinandersetzungen mit den Betriebsräten wider. Um die Fehlzeiten weiter zu reduzieren, hat das Unternehmen zusätzliche Anreize eingeführt, darunter ein Mitarbeiteraktienprogramm, ein Werksfitnessstudio und weitere Leistungen.
Seit dem letzten Sommer sind die krankheitsbedingten Ausfälle in Grünheide deutlich gesunken. Teslas Strategie – eine Mischung aus schärferen Kontrollen und neuen Vorteilen – hat die Fehlzeitenquote gedrückt. Dennoch bleibt das Vorgehen ein Streitpunkt mit Gewerkschaften und Mitarbeitervertretern.






