Tarifstreit bei Hamburger Hochbahn: Verdi und Arbeitgeber bleiben hart
Luisa HartmannNoch keine Einigung im Lohnstreit bei HVV - Tarifstreit bei Hamburger Hochbahn: Verdi und Arbeitgeber bleiben hart
Tarifverhandlungen zwischen Hamburger Hochbahn und Verdi gescheitert
Die Lohnverhandlungen zwischen der Hamburger Hochbahn und der Gewerkschaft Verdi sind ohne Einigung gescheitert. Beide Seiten liegen weiterhin in zentralen Punkten wie Lohnerhöhungen und Vertragslaufzeit weit auseinander. Ein neuer Verhandlungsversuch ist für den 23. März angesetzt, um den Streit beizulegen.
Verdi hatte eine grundsätzliche Lohnerhöhung von 3,4 Prozent oder mindestens 150 Euro mehr pro Monat über einen Zeitraum von 12 Monaten gefordert. Das Unternehmen legte stattdessen ein gestaffeltes Angebot von bis zu 8,1 Prozent vor – verteilt auf 30 Monate. Hochbahn begründete dies mit der Notwendigkeit von Planungssicherheit und der Vermeidung künftiger Konflikte.
Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Laufzeit des neuen Tarifvertrags. Während der Verkehrsbetrieb eine langfristige Regelung anstrebt, lehnt Verdi verlängerte Vertragsbedingungen ab. Die Gewerkschaft wirft Hochbahn zudem vor, bereits vereinbarte Arbeitszeitverkürzungen lediglich umzuverpacken, statt echte Zugeständnisse zu machen.
In den vergangenen fünf Jahren (2021–2025) lagen die jährlichen Lohnerhöhungen bei Hochbahn nach Verdi-Tarifabschlüssen zwischen 4,8 und 6,2 Prozent, kumuliert bei rund 25 Prozent. Dies entspricht in etwa den Steigerungen bei der Berliner BVG (27 Prozent) und übertrifft die Kölner KVB (23 Prozent), bleibt jedoch leicht unter denen der Münchner MVG (29 Prozent). Inflation und Tarifauseinandersetzungen haben diese Entwicklungen im deutschen Öffentlichen Nahverkehr vorangetrieben.
Fürs Erste sind keine weiteren Warnstreiks angekündigt. Beide Seiten haben Signalbereitschaft für weitere Gespräche gezeigt – die nächste Runde ist für Ende März geplant.
Die Pattsituation lässt die Lohnverhandlungen weiterhin ungelöst. Während Hochbahn betont, bereits Kompromisse eingebracht zu haben, pocht Verdi auf kürzere Vertragslaufzeiten und höhere Sofortzuschläge. Das Ergebnis wird entscheiden, ob es zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen kommt.






