Syriens Wiederaufbau gewinnt an Fahrt – deutsche Firmen sichern sich Aufträge
Luisa HartmannSyriens Wiederaufbau gewinnt an Fahrt – deutsche Firmen sichern sich Aufträge
Syrien hat laut dem Bertelsmann Transformationsindex (BTI) unter 137 Ländern die bedeutendsten Fortschritte bei der politischen Transformation erzielt. Die Wiederaufbaubemühungen des Landes stoßen mittlerweile auf großes internationales Interesse – Milliarden wurden zugesagt, und deutsche Unternehmen engagieren sich bei zentralen Projekten.
Die Weltbank schätzt die Kosten für den Wiederaufbau Syriens auf rund 216 Milliarden US-Dollar. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben bereits Investitionen in Höhe von über 28 Milliarden Dollar zugesichert. Die deutsche KfW-Entwicklungsbank hat seit Anfang letzten Jahres zudem Fördermittel in Höhe von 119 Millionen Euro für die syrische Erholung bewilligt.
Zu den jüngsten Wirtschaftsreformen in Syrien gehört eine Währungsreform, bei der zwei Nullen von den Banknotenstufen gestrichen wurden. Damit sollen Transaktionen vereinfacht und das Finanzsystem stabilisiert werden. Auch deutsche Unternehmen wittern Chancen im Wiederaufbau des Landes: Knauf hat eine Absichtserklärung für den Bau eines Gipswerks unterzeichnet, während Siemens Energy Möglichkeiten zur Modernisierung des syrischen Stromnetzes prüft.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche traf sich mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa, um die künftige Zusammenarbeit zu erörtern. Sie äußerte sich optimistisch über einen "blühenden Handel" zwischen beiden Ländern. Helene Rang vom Nah- und Mittelost-Verein (NUMOV) betonte das "enorme Potenzial" des syrischen Wiederaufbaus und signalisierte damit ein starkes deutsches wirtschaftliches Interesse am Prozess.
Mit den fließenden Großinvestitionen und deutschen Unternehmen, die wichtige Aufträge sichern, gewinnt der Wiederaufbau Syriens an Fahrt. Die jüngsten politischen und wirtschaftlichen Reformen des Landes, kombiniert mit internationaler Unterstützung, ebnen den Weg für einen groß angelegten Wiederaufbau. Nun rückt in den Fokus, wie diese Mittel und Projekte in den kommenden Jahren umgesetzt werden.






