28 April 2026, 12:30

"Sperrmüll-Banden" besetzen Potsdamer Triumphbogen mit Wohnzimmer-Protest

Eine Gruppe von Menschen geht nachts eine beleuchtete Straße entlang, einige tragen Masken, mit Polizeifahrzeugen auf der rechten Seite und Gebäuden und Bäumen, die den Weg säumen.

"Sperrmüll-Banden" besetzen Potsdamer Triumphbogen mit Wohnzimmer-Protest

Eine Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten hat in Potsdam mit einer weiteren spektakulären Aktion auf die Wohnungsnot in der Stadt aufmerksam gemacht. Unter dem Schutz der Dunkelheit richteten sie unter dem Triumphbogen der Universität ein komplettes Wohnzimmerset ein. Die Behörden griffen nicht ein – ähnlich wie bei früheren Protesten an prominenten Orten.

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Die "Sperrmüll-Banden", wie sich die Gruppe selbst nennt, lud gegen 23 Uhr an einem Sonntag einen Sessel, einen Teppich und zwei Sofateile in einen gemieteten Transporter. Zehn vermummte Personen führten die Aktion durch und wählten einen Ort, der auch bei Tageslicht gut sichtbar bleiben würde. Diesmal traf es die Kolonnade mit ihrem Triumphbogen an der Universität Potsdam.

Die Gruppe ist für ihre auffälligen Proteste bekannt. Bei früheren Aktionen stellten sie unter anderem ein Sofa vor das Brandenburger Tor und einen Sessel auf den Alten Markt. Ihr Ziel ist klar: Sie wollen auf die explodierenden Mieten in der Stadt hinweisen.

Bis Anfang 2026 war die durchschnittliche Kaltmiete in Potsdam auf über 13 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Ein WG-Zimmer kostete im Schnitt rund 500 Euro – für viele Studierende unbezahlbar. Max, der 18-jährige Anführer der Gruppe, und Tristan, der gleichaltrige Kameramann, sind selbst betroffen. Max will in Berlin studieren, Tristan hofft auf einen Platz an der Uni Potsdam – doch beide finden keinen bezahlbaren Wohnraum.

Die Stadtverwaltung stuft die Aktionen als mutmaßliche illegale Müllentsorgung ein. Gleichzeitig zeigt man sich gesprächsbereit, um Lösungen für die Wohnungsnot zu finden.

Die Protestaktion endete ohne Polizeieinsatz; das Wohnzimmerset blieb bis zum Morgen stehen. Die Sperrmüll-Banden haben es erneut geschafft, die Wohnungsmisere ins Rampenlicht zu rücken. Angesichts weiter steigender Mieten zwingen ihre unkonventionellen Methoden die Stadt, sich der Problematik zu stellen.

Quelle