14 April 2026, 22:08

SPD streitet über Steuerreform: Mehrwertsteuererhöhung oder Erbschaftsteuer?

Cartoon-Illustration eines Mannes mit Zylinder und einer Frau in einem Kleid neben einer Wand, einem Fenster und einem Eimer, mit Text unten lesend "F. J. Singer, der erste deutsche Politiker, der in den Kongress gewählt wurde."

SPD streitet über Steuerreform: Mehrwertsteuererhöhung oder Erbschaftsteuer?

In der Bundesregierung spitzt sich die Debatte über Steuerreformen zu. Eine der diskutierten Vorschläge sieht vor, den regulären Mehrwertsteuersatz von 19 auf 21 Prozent anzuheben. Unterdessen bereitet die SPD die Vorstellung ihrer Reformagenda auf einer Konferenz am kommenden Freitag in Berlin vor.

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Anke Rehlinger, die saarländische Ministerpräsidentin und SPD-Politikerin, hat sich bereits deutlich gegen die geplante Mehrwertsteuererhöhung ausgesprochen. Ihre Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei umfassendere Änderungen bei Steuern und Sozialabgaben erwägt. Rehlingers Bedenken gelten vor allem den möglichen Folgen eines höheren Mehrwertsteuersatzes für Verbraucher:innen. Sie argumentiert, dass eine solche Maßnahme einkommensschwache Haushalte überproportional belasten würde. Stattdessen setzt sie sich für alternative Wege ein, um die Staatseinnahmen zu erhöhen.

Einer ihrer zentralen Vorschläge ist eine höhere Erbschaftsteuer. Damit, so Rehlinger, ließe sich eine gerechtere Besteuerung umsetzen, während gleichzeitig zusätzliche Mittel generiert würden. Zudem unterstützt sie den Plan von Finanzminister Lars Klingbeil, das Ehegattensplitting abzuschaffen – jenes Steuermodell, das es verheirateten Paaren derzeit ermöglicht, ihr zu versteuerndes Einkommen gemeinsam zu veranlagen und so oft ihre Gesamtsteuerlast zu senken.

Anstelle einer Mehrwertsteuererhöhung plädiert Rehlinger dafür, den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent zu senken. Zudem fordert sie Steuersenkungen und geringere Sozialabgaben auf Arbeitseinkommen. Ihr Ziel ist es, 95 Prozent der Steuerzahler:innen zu entlasten, während Spitzenverdiener:innen stärker zur Kasse gebeten werden sollen.

Auf der anstehenden SPD-Konferenz wird die Partei ihre Reformprioritäten für die kommenden Monate festlegen. Die Veranstaltung wird zeigen, ob der Vorschlag zur Mehrwertsteuererhöhung auf Zustimmung stößt oder auf weiteren Widerstand – etwa von Seiten Rehlingers – trifft. Die Steuerpläne der Regierung bleiben vorerst in der Schwebe, da die internen Meinungsverschiedenheiten anhalten. Rehlingers Haltung unterstreicht den Vorstoß für progressive Reformen statt pauschaler Mehrwertsteuererhöhungen. Die SPD-Konferenz in dieser Woche wird voraussichtlich die Weichen für die nächsten Schritte in dieser anhaltenden Debatte stellen.

Quelle