SPD in Baden-Württemberg stürzt auf historisches Tief von 5,5 Prozent ab
Theo MayerSPD will Wahlniederlage aufarbeiten - Restrukturierung bis Juni - SPD in Baden-Württemberg stürzt auf historisches Tief von 5,5 Prozent ab
Die SPD in Baden-Württemberg hat bei der Landtagswahl das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Vorläufigen Zahlen zufolge kam die Partei nur noch auf 5,5 Prozent der Stimmen – ein drastischer Einbruch im Vergleich zu den Vorjahren. Nach der Niederlage haben sowohl der Landesvorsitzende Andreas Stoch als auch Generalsekretär Sascha Binder ihren Rücktritt erklärt.
Der Niedergang der SPD in Baden-Württemberg hält bereits seit 2001 an. Damals hatte die Partei noch 33,3 Prozent der Stimmen geholt und war zweitstärkste Kraft geworden. Doch bereits 2006 sank ihr Ergebnis auf 25,1 Prozent, 2011 auf 22,7 Prozent, 2016 auf 15,1 Prozent und 2021 auf 11,9 Prozent. Als Gründe für den anhaltenden Absturz nennen Beobachter den Aufstieg der Grünen als linksgerichtete Alternative, Affären wie den Maskenskandal, interne Streitigkeiten sowie den Verlust traditioneller Arbeiterwähler an die AfD. Auch die Unbeliebtheit der von der SPD geführten Bundesregierung (2021–2025) könnte eine Rolle gespielt haben.
Die Partei kündigte nun eine umfassende Aufarbeitung des Wahldesasters an. In vier regionalen Mitgliederversammlungen, zu denen alle Genossinnen und Genossen eingeladen sind, soll das Ergebnis analysiert werden. Externe Experten werden die Auswertung in den kommenden Monaten unterstützen. Auf einem Landesparteitag am 20. Juni wird ein neuer Vorstand gewählt.
Der Druck für einen Neuanfang wächst innerhalb der Partei. Daniel Krusic, Vorsitzender der SPD-Jugendorganisation Jusos, forderte, dass die Verantwortlichen für das schlechte Abschneiden nicht die Erneuerung anführen dürften. Die Jusos setzen sich für eine Mitgliederbefragung ein, um die personelle Neuaufstellung mitzugestalten. Bis zum Sommer will die SPD eine neue Führungsstruktur festlegen.
Die herben Verluste markieren einen historischen Tiefpunkt für die SPD in der Region. Mit dem Rückzug von Stoch und Binder rückt nun der Wiederaufbau in den Fokus. Die anstehenden Konferenzen und der Landesparteitag im Juni werden zeigen, wie es für die baden-württembergische SPD weitergeht.






