02 February 2026, 08:13

Söder fordert Streichung der Rente mit 63 – SPD kontert scharf

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SPD-Sozialexpertin: Söders Äußerungen zu Mehrarbeit 'abwegig' - Söder fordert Streichung der Rente mit 63 – SPD kontert scharf

Ein neuer Streit über die Rentenregelungen ist zwischen deutschen Spitzenpolitikern entbrannt. Markus Söder, Vorsitzender der CSU, schlug vor, die "Rente mit 63" abzuschaffen und die wöchentliche Arbeitszeit zu erhöhen. Seine Äußerungen stießen bei der SPD-Politikerin Annika Klose auf scharfe Kritik, die die aktuellen Arbeits- und Rentenvereinbarungen verteidigte.

Der Konflikt kommt zu einer Zeit, in der das deutsche Rentensystem bereits schrittweise umgestaltet wird: Das reguläre Renteneintrittsalter steigt auf 67 Jahre, und für jüngere Generationen werden Frühverrentungsoptionen eingeschränkt.

Die "Rente mit 63" wurde 2012 eingeführt und ermöglichte Arbeitnehmern mit 45 Beitragsjahren, abschlagsfrei früher in den Ruhestand zu gehen. Zwei Jahre später senkte das RV-Leistungsverbesserungsgesetz das Alter weiter auf 62 Jahre, allerdings mit Abschlägen von bis zu 10,8 Prozent für diejenigen, die vor 2010 in Rente gingen. Andere Frühverrentungswege, wie die arbeitslosenbasierte Rente, wurden für alle ab Jahrgang 1952 geschlossen.

Heute, im Jahr 2026, können Arbeitnehmer weiterhin mit 62 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen, wenn sie die 45-Jahre-Beitragsgrenze erfüllen oder eine schwere Behinderung vorweisen. Das reguläre Renteneintrittsalter steigt jedoch weiter in Richtung 67 Jahre.

Markus Söder argumentiert nun, dass das Wirtschaftswachstum Deutschlands von längeren Arbeitszeiten abhängt. Sein Vorschlag sieht vor, die reguläre Wochenarbeitszeit um eine Stunde zu verlängern und die Option "Rente mit 63" komplett zu streichen.

Annika Klose von der SPD lehnte beide Ideen entschieden ab. Sie betonte, dass Arbeitnehmer bereits genug leisteten und dass Arbeitszeiten durch Tarifverhandlungen – und nicht durch staatliche Vorgaben – geregelt werden sollten. Klose verwies zudem auf die Herausforderungen, vor denen ältere Arbeitnehmer stehen: Viele über 60 hätten Schwierigkeiten, im Berufsleben zu bleiben. Sie fügte hinzu, dass berufliche Weiterbildungsangebote oft ab 55 Jahren wegfielen und ältere Arbeitnehmer damit benachteiligt würden.

Die SPD-Politikerin präzisierte außerdem, dass die aktuelle Debatte sich um die "Rente mit 65" und nicht um die "Rente mit 63" drehe, und warf Söder vor, die Realitäten einer alternden Belegschaft zu ignorieren.

Die Uneinigkeit lässt die Zukunft der deutschen Rentenvorschriften ungewiss erscheinen. Söders Forderung nach längeren Arbeitszeiten und strengeren Rentenregeln steht im Kontrast zu Kloses Verteidigung der bestehenden Arbeitsvereinbarungen. Gleichzeitig schreitet die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre voran – mit weitreichenden Folgen für Millionen Arbeitnehmer in den kommenden Jahren.

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