Schufa vor Gericht: Verbraucher fordern mehr Transparenz bei Bonitätsbewertungen
Theo MayerSchufa vor Gericht: Verbraucher fordern mehr Transparenz bei Bonitätsbewertungen
Fünf Verbraucher haben die Schufa verklagt, weil sie die mangelnde Transparenz ihres Bonitätsbewertungssystems bemängeln. Sie werfen dem Unternehmen vor, nicht ausreichend zu erklären, wie die persönlichen Score-Werte zustande kommen. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Frage, wie viel Einsicht Verbraucher in algorithmische Entscheidungen erhalten sollten, die ihr finanzielles Leben beeinflussen.
Die Schufa führte im März 2023 ein neues Scoring-Modell ein. Dieses nutzt eine standardisierte Skala von 100 bis 999 und basiert auf zwölf klar definierten Kriterien. Das System ermöglicht es Verbrauchern zudem, nachzuvollziehen, welche Faktoren ihren Score beeinflussen, und die meisten davon selbst zu überprüfen.
Das Oberlandesgericht Dresden hatte zuvor entschieden, dass die Offenlegungen der Schufa unzureichend seien. Es stellte fest, dass Verbraucher die zentralen Faktoren und Gewichtungen hinter ihren Scores nachvollziehen können müssen. Nun muss der Bundesgerichtshof (BGH) klären, ob der aktuelle Ansatz der Schufa den Transparenzanforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) genügt.
Die Kläger bestehen auf einen tieferen Einblick in die Berechnungslogik. Die Schufa hingegen betont, dass ihre Offenlegungen bereits den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Das Unternehmen plant, das alte Modell bis Ende 2028 vollständig durch das neue System zu ersetzen.
Das Urteil des BGH könnte richtungsweisend für datenbasierte Bewertungen in verschiedenen Branchen werden. Es wird die Transparenzpflichten nach der DSGVO für automatisierte Entscheidungsfindung präzisieren. Die Entscheidung könnte maßgeblich bestimmen, wie detailliert Unternehmen die Logik hinter ihren Scoring-Systemen offenlegen müssen.






