Rhein-Vertiefung bei Rheinfelden spaltet Region: Ökologie gegen Stromgewinn
Jonas HofmannRhein-Vertiefung bei Rheinfelden spaltet Region: Ökologie gegen Stromgewinn
Großprojekt zur Vertiefung des Rheins bei Rheinfelden schreitet voran – Debatten in der Region
Ein umfangreiches Vorhaben zur Vertiefung des Rheins in der Nähe von Rheinfelden nimmt konkrete Formen an und löst unter Anwohnern, Kommunen und Behörden kontroverse Diskussionen aus. Das von der naturenergie hochrhein AG getragene Projekt zielt darauf ab, die Stromerzeugung im Wasserkraftwerk Rheinfelden zu steigern, indem Flussabschnitte ober- und unterhalb der Anlage verbreitert werden. Im Rahmen der Initiative „Rheinfelden 20plus“ finden Anfang Juli 2026 öffentliche Anhörungen statt, bei denen Bürgerinnen, Bürger und Beteiligte Bedenken und Einwände vorbringen können.
Die Termine sind für Mittwoch, den 1. Juli, und Donnerstag, den 2. Juli 2026, im Haus der Begegnung in Grenzach-Wyhlen angesetzt; Beginn ist jeweils um 10 Uhr. Ob die Öffentlichkeit Zugang erhält, hängt von der Zustimmung der direkt am Verfahren beteiligten Parteien ab.
Das Projekt sieht vor, an zwei Aushubstellen etwa 35.000 Kubikmeter Gestein zu entfernen. Die Bauarbeiten sollen rund zweieinhalb Jahre dauern. Um die großen Mengen an Aushubmaterial zu bewältigen, werden entlang des deutschen Rheinufers zwei temporäre Anlegestellen eingerichtet. Während der Arbeiten wird das Material per Lkw abtransportiert.
Im Mittelpunkt der Anhörungen stehen die umweltbezogenen Auswirkungen, darunter mögliche Folgen für den Oberrhein sowie vorgeschlagene Ausgleichsmaßnahmen für Schäden an lokalen Gewässern. Behörden, Umweltschutzverbände und Anwohner des Landkreises Lörrach äußern Bedenken hinsichtlich der ökologischen Konsequenzen des Vorhabens. Zudem werden formelle Stellungnahmen und Einsprüche von Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen behandelt.
Die naturenergie hochrhein AG argumentiert, dass die Vertiefung des Rheins die Effizienz der Stromerzeugung im Kraftwerk Rheinfelden deutlich verbessern werde. Kritiker hingegen hinterfragen, ob die wirtschaftlichen Vorteile die Risiken für das Ökosystem und den Schiffsverkehr auf dem Fluss rechtfertigen.
Die Ergebnisse der Anhörungen werden die weiteren Schritte des Projekts „Rheinfelden 20plus“ maßgeblich prägen. Bei einer Genehmigung könnten die Bauarbeiten kurz darauf beginnen und bis Ende 2028 andauern. Die endgültige Entscheidung muss sowohl die wirtschaftlichen Vorteile einer gestiegenen Stromproduktion als auch die notwendigen Umweltschutzmaßnahmen zum Erhalt des empfindlichen Rhein-Ökosystems abwägen.






