11 April 2026, 02:09

Rentner-Apotheker wehren sich gegen neue 40-Euro-Gebühr der LAK Hessen

Ein Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie andere Länder, mit ein paar Flaschen und einer Spritze.

Rentner-Apotheker wehren sich gegen neue 40-Euro-Gebühr der LAK Hessen

Die Landesapothekerkammer Hessen (LAK) erhebt von Rentnern unter den Apothekern seit einer aktuellen Gesetzesänderung eine vierteljährliche Gebühr von 40 Euro. Zur Durchsetzung dieser Maßnahme hat eine unter der Leitung von Friedrich Geerth stehende Taskforce die "Aktion Abendsonne" – intern als "KoReLa" bezeichnet – gestartet, um die Zahlungen von unwilligen Senioren einzutreiben. Doch viele ältere Apotheker wehren sich gegen die neue Regelung, was zu einer Welle von Protesten und kreativen Ausweichstrategien führt.

Die Gebührenerhebung stößt von Anfang an auf massiven Widerstand. Fast 25.000 Apotheker haben bereits in Städten wie Düsseldorf, Berlin, Hannover und München demonstriert. Versuche, die Gebühr telefonisch einzuziehen, scheiterten häufig – viele Senioren verweigerten die Zusammenarbeit oder kämpften mit veralteter Technik.

Eine der Betroffenen ist die seit 1972 approbierte Apothekerin Dr. Roswitha Hinkebein. Sie entzieht sich beharrlich der Zahlungspflicht. Der junge Mitarbeiter Leon-Luca Wagner-Neumann, mit ihrem Fall betraut, verfolgte sie von der Morgengymnastik über die Apotheke und die Metzgerei bis hin zum Kochkurs. Schließlich entkam sie ihm, indem sie in einen Ausflugsbus Richtung Lüneburger Heide stieg – Wagner-Neumann blieb mit leeren Händen zurück.

Um den Widerstand zu mildern, startete die Taskforce eine "Service-Offensive". Senioren, die die Gebühr entrichten, erhalten Vergünstigungen wie VHS-Kurse, Aqua-Fitness-Angebote oder ermäßigte Nahverkehrstickets. Gleichzeitig zeichnen sich weitere finanzielle Belastungen ab: Die Gesundheitsfinanzkommission bereitet Sparmaßnahmen vor, die Einsparungen in Höhe von zehntausenden Euro im Gesundheitswesen zum Ziel haben. Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (KBV), warnte bereits, dass Gebührenkürzungen zu weniger Patiententerminen führen werden.

Die 40-Euro-Gebühr bleibt umstritten – während die LAK mit Anreizen lockt, suchen Rentner unter den Apothekern weiterhin nach Wegen, die Zahlung zu umgehen. Der Streit um die Abgabe offenbart dabei tiefere Konflikte über Finanzierung und Zugang zu Gesundheitsleistungen, besonders in Zeiten knapper werdender Haushalte.

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