22 March 2026, 12:10

Rechtsextreme Parolen bei Teenager-Party in Brandenburg entsetzen Politik und Gesellschaft

Eine Menschenmenge mit Fahnen und Plakaten steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin, Deutschland, mit einer Banner auf der rechten Seite und bewölktem Himmel.

Woidke schockiert von xenophobem Vorfall in Disco - Rechtsextreme Parolen bei Teenager-Party in Brandenburg entsetzen Politik und Gesellschaft

Ein rassistischer Vorfall in einer Diskothek im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster hat landesweit Empörung ausgelöst. Ein auf Instagram veröffentlichtes Video zeigt eine Gruppe junger Menschen, die bei einer Teenager-Party rechtsextreme Parolen zu einem bekannten Lied skandieren. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bezeichnete das Verhalten als "abstoßend" und warnte vor einem tieferliegenden gesellschaftlichen Problem.

Der Vorfall ereignete sich im "Blue Velvet" in Falkenberg, wo etwa 100 bis 150 Kinder und Jugendliche – einige erst elf Jahre alt – eine Party besuchten. Ein später von der Initiative "Unteilbar.Elbe-Elster" geteiltes Video zeigt, wie Teilnehmer:innen zur Musik von "L'amour toujours""Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!" brüllen. Juliana Meyer, Landesvorsitzende der Grünen Brandenburg, kritisierte die Betreiber des Clubs dafür, den Song gespielt zu haben, der in rechtsextremen Kreisen verbreitet ist.

Die Polizei ermittelt nun in dem Fall. Unterdessen bezeichnete Brandenburgs Grüne den Vorfall als Beleg für ein lange ignoriertes Problem: Rassistische Parolen seien unter Jugendlichen längst normalisiert. Gleichzeitig verurteilten sie die kürzlichen Kürzungen bei Programmen zur Demokratieförderung und politischen Bildung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Zwischen März 2024 und März 2026 registrierten die brandenburgischen Behörden rund 1.200 politisch motivierte rechtsextreme Straftaten. Davon betrafen etwa 450 Fälle rassistische oder extremistische Äußerungen wie Hakenkreuze oder Parolen wie "Ausländer raus!" Offizielle Zahlen zeigen 620 Fälle im Jahr 2024 und 580 im Jahr 2025.

Anne Brügmann von "Opferperspektive" wies darauf hin, dass viele aus Angst vor Drohungen kaum noch gegen die rechtsextreme Jugendkultur protestieren. Der Elbe-Elster-Landrat Christian Jaschinski (CDU) erklärte solche Äußerungen für "in unserer Gesellschaft inakzeptabel". Woidke selbst räumte ein, dass es ähnliche Vorfälle in ganz Brandenburg und anderen Bundesländern gebe.

Der Diskothek-Vorfall hat die Sorgen über wachsenden Extremismus unter Jugendlichen in Brandenburg neu entfacht. Die Behörden beobachten die Entwicklung weiter, während die Ermittlungen laufen. Der Fall wirft zudem die anhaltende Debatte über politische Bildung und die Verharmlosung rechtsextremer Rhetorik auf.

Quelle