Rechtsextreme Gewalt in Brandenburg erreicht neuen Höchststand mit 28,3 Prozent mehr Straftaten
Theo MayerRechtsextreme Gewalt in Brandenburg erreicht neuen Höchststand mit 28,3 Prozent mehr Straftaten
Rechtsextreme Gewalt in Brandenburg nimmt dramatisch zu – 28,3 Prozent mehr Straftaten im vergangenen Jahr
Behörden warnen vor einem besorgniserregenden Trend: Immer jüngere und aggressivere Täter treiben die steigenden Zahlen voran. Polizei und Politiker fordern nun dringende Maßnahmen, um die wachsende Bedrohung einzudämmen.
Im Jahr 2023 verzeichnete Brandenburg 145 rechtsextreme Gewalttaten – ein Anstieg um 32 Fälle im Vergleich zum Vorjahr. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) macht auf ein alarmierendes Muster aufmerksam: Junge Menschen übernehmen zunehmend die Führung bei Gegenprotesten, etwa bei Pride-Veranstaltungen, und gehen dabei oft mit offener Aggression vor. Anita Kirsten, Landesvorsitzende der GdP, betonte, dass Angriffe auf öffentliche Versammlungen – wie kürzlich in Bad Freienwalde – klar und entschlossen verurteilt werden müssten.
Polizeipräsident Oliver Stepien warnte, dass die Täter nicht nur jünger würden, sondern auch digital besser vernetzt und gewaltbereiter seien. Rechtsextreme Gruppen hätten ihre Botschaften gezielt an Jugendliche angepasst, was es den Behörden erschwere, gegenzusteuern. Die GdP fordert nun verstärkte Präventionsmaßnahmen, darunter eine sichtbarere Polizeipräsenzen sowie eine engere Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendhilfe, um Radikalisierung frühzeitig zu verhindern.
Die Debatte über eine Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters hat an Fahrt aufgenommen. Innenminister Jan Redmann (CDU) spricht sich für eine Senkung auf 12 Jahre aus und argumentiert, dass auch jüngere Täter Konsequenzen tragen müssten. Kritiker zweifeln jedoch an, ob Kinder in diesem Alter die Tragweite ihres Handelns vollumfänglich begreifen. Kirsten besteht darauf, dass nur eine geschlossene Reaktion von Strafverfolgungsbehörden, Politik und Gesellschaft die eskalierende Brutalität eindämmen könne.
Die rechtsextreme Jugendszene in Brandenburg wird zunehmend gewalttätiger, besonders bei Angriffen auf öffentliche Veranstaltungen. Die Behörden setzen auf schärfere Maßnahmen – von einer früheren strafrechtlichen Verantwortung bis hin zu verbesserten Präventionsprogrammen. Im Mittelpunkt steht nun, die Radikalisierung zu stoppen, bevor sie sich in der jungen Generation festsetzt.






