Rammstein-Coverband in Halle: Drohungen gegen Club Tante Manfred eskalieren
Clara HartmannRammstein-Coverband in Halle: Drohungen gegen Club Tante Manfred eskalieren
Ein geplantes Konzert einer Rammstein-Coverband in Halle hat heftige Proteste ausgelöst. Der Club Tante Manfred erhielt eine aggressive E-Mail, in der die Absage der Veranstaltung gefordert wurde. Die mit Drohungen und extremem Wortlaut gespickte Nachricht sorgte in der lokalen Nachtlebensszene für Empörung.
Die E-Mail stammte vom "Antifaschistischen und Feministischen Aktionsbündnis Halle/Saale". Darin wurden Rammstein und Frontmann Till Lindemann "sexualisierte Machtinszenierungen" und "kalkulierter Tabubruch" vorgeworfen. Die Gruppe verwendete Parolen wie "KILL TILL!" und warnte den Club vor Konsequenzen, sollte das Konzert stattfinden.
Die für den 2. Mai 2026 geplante Show der Coverband Zeitlos wird von Matthias Golinski, dem Betreiber der Tante Manfred, trotzdem nicht abgesagt. Er betont die Linie des Clubs: Bands dürfen auftreten, solange sie sich im Rahmen des Gesetzes bewegen.
Der Streit reiht sich ein in die größere Kontroverse des Jahres 2023, als Vorwürfe wegen Machtmissbrauchs und sexueller Übergriffe gegen Rammstein öffentlich wurden. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelte, stellte das Verfahren jedoch später wegen fehlender aussagekräftiger Zeugenaussagen ein. Sponsoren wie GGPoker zogen sich zurück, doch die Karriere der Band blieb unbeeindruckt. Die öffentliche Empörung war groß, doch ihr Ruf erlitt keinen dauerhaften Schaden.
Nun wurde Tante Manfred aus einer lokalen Telegram-Gruppe ausgeschlossen, in der der Club bisher Veranstaltungen beworben hatte. Trotz des Drucks beharrt Golinski auf der Durchführung des Konzerts und beruft sich auf die Freiheit künstlerischen Ausdrucks.
Der Club sieht sich zwar weiter mit Drohungen konfrontiert, hält aber an seiner Haltung fest. Der Konflikt zeigt die anhaltenden Spannungen um Rammsteins Erbe und die Grenzen künstlerischer Freiheit. Vorerst bleibt das Konzert wie geplant terminiert.






