21 June 2026, 02:08

"Radikale Freundlichkeit": Soll Österreichs Schimpfkultur jetzt verboten werden?

Der Karotte ohne den Stock: Klaus Eckel über radikale Freundlichkeit

"Radikale Freundlichkeit": Soll Österreichs Schimpfkultur jetzt verboten werden?

In Österreich könnte ein Buch mit dem Titel „Radikale Freundlichkeit“ verboten werden. Darin schlägt die Autorin einen mentalen Wandel vor: Statt sich über Alltagsärger zu ärgern, solle man dankbar dafür sein. Dieser Ansatz erstreckt sich auch auf Selbstmitgefühl und einen bewussteren Umgang mit harter Sprache.

Die Autorin regt an, Verärgerung durch Wertschätzung zu ersetzen. So plant sie etwa, Menschen für kleine Störungen zu danken, statt genervt zu reagieren. Zudem rät sie, selbstkritische Formulierungen zu vermeiden, um freundlicher mit sich selbst umzugehen.

In Österreich ist Schimpfen tief in der Kultur verankert – oft wird es als Energiequelle oder gar als eine Art „Yoga“ beschrieben. Das Land verfügt über einen reichen Wortschatz an Beleidigungen, darunter über 50 Begriffe für „Idiot“, wie „Dodel“, „Wappler“ oder „Vollkoffer“. Langsame Autofahrer auf der Autobahn können Österreicher:innen etwa überraschend in Rage bringen.

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Das Buch empfiehlt, Schimpfwörter wie „Idiot“ durch harmlosere Begriffe wie „kognitiver Minimalist“ zu ersetzen. Statt mit Ärger zu reagieren, solle man Freundlichkeit zeigen – und so Frust in positive Interaktionen verwandeln.

Die geplante Verbotsdebatte hat in Österreich eine Diskussion über Sprache und kulturelle Gewohnheiten ausgelöst. Die Ideen des Buches stellen traditionelle Reaktionen auf Ärger und Selbstkritik infrage und bieten einen neuen Umgang mit Alltagsfrustrationen.

Quelle