Premium-Elektroautos in der Krise: Hersteller stoppen Produktion und setzen auf Hybride
Clara HartmannPremium-Elektroautos in der Krise: Hersteller stoppen Produktion und setzen auf Hybride
Nachfrage nach Premium-Elektroautos bricht stärker als erwartet ein
Die Nachfrage nach hochpreisigen Elektrofahrzeugen hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlicher abgeschwächt als prognostiziert. Die Verkaufszahlen für 2024 und 2025 lagen deutlich unter den Erwartungen der Branche – insbesondere in China und Europa. Diese Entwicklung zwingt die Hersteller nun zum Umdenken; einige haben sogar die Produktion vorübergehend eingestellt.
Weltweit wurden 2024 rund 1,8 Millionen Luxus-Elektroautos verkauft – deutlich weniger als die vorhergesagten 2,5 Millionen. 2025 weitete sich die Lücke weiter aus: Statt der erwarteten 3,2 Millionen kamen nur 2,2 Millionen Fahrzeuge unter die Kunden. Hohe Preise und eine nachlassende Nachfrage in den wichtigsten Absatzmärkten trugen maßgeblich zu diesem Rückgang bei.
Hersteller reagieren mit Produktionsstopps und Strategiewechsel Audi hat kürzlich das Modell Q8 E-tron eingestellt und das Werk in Brüssel aufgrund der schwachen Marktlage geschlossen. Auch Mercedes-Benz steht vor Herausforderungen: Die Aktie notiert derzeit etwa 16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat seit Januar rund 16 Prozent an Wert verloren. Analysten sehen im Schnitt ein Kursziel von 62,47 Euro – etwa 9 Prozent über dem aktuellen Stand.
Um der schwachen E-Auto-Nachfrage entgegenzuwirken, setzt Mercedes-Benz nun stärker auf Hybridfahrzeuge. Der neue GLB mit Mild-Hybrid-Technik ist bereits in Deutschland erhältlich und soll Anfang 2027 in den USA auf den Markt kommen. Das Modell bietet Over-the-Air-Software-Updates, die Werkstattbesuche reduzieren, und läuft mit dem hauseigenen Betriebssystem MB.OS, das mit KI-gestützter MBUX-Integration von Microsoft und Google ausgestattet ist.
Rabatte steigen, um Lagerbestände abzubauen Angesichts der schwachen Nachfrage gewähren Händler zunehmend hohe Nachlässe auf Luxus-Elektromodelle. In den USA wird der elektrische Maybach EQS mittlerweile mit Rabatten von bis zu 25.000 Dollar angeboten. Auch beim E-G 580 hat sich die Prämie in den letzten Monaten auf 10.000 Dollar verdoppelt.
Am 16. April 2026 findet die Hauptversammlung von Mercedes-Benz statt, bei der es vor allem um Dividendenentscheidungen gehen wird – vor dem Hintergrund anhaltender Schwierigkeiten in China und auf dem globalen E-Auto-Markt.
Hybride als Brückentechnologie Der Einbruch bei Premium-Elektroautos zwingt die Hersteller zum Umsteuern: Während Marken wie Audi die Produktion drosseln, setzen andere – darunter Mercedes-Benz – auf Hybridmodelle als Übergangslösung. Gleichzeitig locken Händler mit drastischen Preisnachlässen, um die Lager zu räumen – ein deutliches Zeichen für die aktuelle Marktsituation.






