Potsdamer Garnisonkirche: Der Turm steht wieder – doch der Streit bleibt
Clara HartmannPotsdamer Garnisonkirche: Der Turm steht wieder – doch der Streit bleibt
Die Potsdamer Garnisonkirche nimmt nach Jahrzehnten der Abwesenheit langsam wieder Gestalt an. Die historische Militärkirche, die 1735 erstmals erbaut wurde, fiel im Zweiten Weltkrieg einem Brand zum Opfer. Nun ist ihr Turm wiedereröffnet worden – ein wichtiger Meilenstein in einem umstrittenen Wiederaufbauprojekt, das über 3 Millionen Euro kostet.
Die Arbeiten an der Kirchturmspitze begannen in diesem Jahr mit Nachdruck, doch rechtliche Herausforderungen verzögerten den Fortschritt um etwa zwölf Monate. Die Konstruktion wird etwa 27 Meter hoch sein und von 24 Edelstahlsäulen getragen. Jede Säule bildet einen Teil des Unterbaus, der das Gewicht der Turmspitze tragen soll.
Die Säulen werden zunächst mit Holz verkleidet und anschließend mit Kupfer verblendet. Fertig gestellt, wird die gesamte Spitze – inklusive des Stahlgerüsts – rund 60 Tonnen wiegen. Den Abschluss bildet eine drehbare Wetterfahne, die das Design krönt.
Die Bauarbeiter streben an, die Turmspitze bis zum Frühjahr 2027 am Boden zu montieren. Der Förderverein Garnisonkirche steuert etwa ein Zehntel der Projektkosten bei. Doch der Wiederaufbau stößt auf Kritik, da die Kirche eng mit der preußischen Militärgeschichte verknüpft ist und eine ambivalente Vergangenheit hat.
Die Wiedereröffnung des Turms im Jahr 2024 zeigt trotz Rückschlägen und Debatten stetige Fortschritte. Nach der Fertigstellung wird die Spitze ein Wahrzeichen wiederherstellen, das vor fast 80 Jahren verloren ging. Die nächsten Projektphasen werden entscheiden, wie zügig der Rest der Kirche folgt.






