24 February 2026, 06:16

Potsdam setzt Maßstäbe: Wie kindgerechte Vernehmungsräume Gerichtsverfahren revolutionieren

Zwei Kinder sitzen an einem langen Tisch mit Mikrofonen, Flaschen, Taschen und Papieren und diskutieren bei einer Schulratssitzung, umgeben von Menschen und Flaggen im Hintergrund.

Justizministerin besucht Raum für kinderfreundliche Vernehmung - Potsdam setzt Maßstäbe: Wie kindgerechte Vernehmungsräume Gerichtsverfahren revolutionieren

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig besucht heute um 9:30 Uhr einen kindergerechten Vernehmungsraum am Potsdamer Amtsgericht. Begleitet wird sie von Brandenburgs Justizminister Benjamin Grimm. Die spezielle Einrichtung soll Gerichtsverfahren für junge Zeuginnen und Zeugen weniger einschüchternd gestalten.

In diesen speziell eingerichteten Räumen können Kinder in einer ruhigeren Atmosphäre aussagen, statt in einem offenen Gerichtssaal. Der Potsdamer Raum läuft seit mehreren Monaten als Pilotprojekt und soll Vorbild für ähnliche Einrichtungen in der gesamten Region werden.

Der Vernehmungsraum in Potsdam ist einer von drei offiziell eröffneten Standorten in Brandenburg – neben Cottbus und Neuruppin. Bis Ende 2025 sollen weitere kindergerechte Räume hinzukommen. Ähnliche Pilotprojekte gibt es bereits in Nordrhein-Westfalen (Köln, Düsseldorf), Bayern (München) und Sachsen (Dresden). Auch in Hessen und Baden-Württemberg sind entsprechende Pläne in Vorbereitung.

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Während des Besuchs werden die Verantwortlichen die räumliche Gestaltung, die technische Ausstattung und die psychologische Betreuung der Kinder bewerten. Vertrauenspersonen wie Sozialarbeiter oder Familienmitglieder sind oft anwesend, um den Kindern Sicherheit zu geben. Ziel ist es, den Stress für Minderjährige zu verringern, ohne die Aussagekraft ihrer Zeugenaussagen zu beeinträchtigen.

Die Initiative ist Teil einer größeren Bestrebung, Gerichtsverfahren für besonders schutzbedürftige Zeuginnen und Zeugen zu modernisieren. Statt in einem formellen Gerichtssaal können Kinder in einer entspannteren Umgebung sprechen. Erste Erfahrungen zeigen, dass dieser Ansatz die emotionale Belastung junger Beteiligter in juristischen Verfahren deutlich verringert.

Die Ausweitung kindergerechter Vernehmungsräume markiert einen Wandel im Umgang mit den Aussagen von Minderjährigen vor Gericht. Das Potsdamer Pilotprojekt soll als Modell für künftige Einrichtungen dienen. Bei Erfolg könnte das Konzept bundesweit zum Standard werden.