31 March 2026, 20:10

Polens Spritpreis-Deckel löst Grenzchaos und Tanktourismus aus

Alte Karte von Polen mit roter Linie und handgeschriebenem Text auf altem Papier.

Polens Spritpreis-Deckel löst Grenzchaos und Tanktourismus aus

Polen hat strenge Preisobergrenzen für Kraftstoffe eingeführt, was einen Ansturm von Grenzshoppern ausgelöst hat. An den Grenzübergängen bildeten sich am Dienstag lange Schlangen, da Autofahrer aus den Nachbarländern nach günstigerem Benzin und Diesel suchten. Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund steigender Ölpreise weltweit, die mit dem Iran-Konflikt in Verbindung stehen und die polnischen Behörden zum Eingreifen veranlassten.

Die neuen Preishöchstgrenzen liegen bei normalem Benzin bei maximal 6,16 Złoty pro Liter (etwa 1,44 Euro), bei Superbenzin bei 6,76 Złoty (1,58 Euro) und bei Diesel bei 7,60 Złoty (1,77 Euro). Diese Preise sind deutlich niedriger als in Deutschland, wo die Spritpreise bis März 2026 auf über 1,76 Euro pro Liter für E10 und 1,70 Euro pro Liter für Diesel gestiegen waren. Nun strömen deutsche Pendler in großer Zahl über die Grenze, um von den Ersparnissen zu profitieren.

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Der plötzliche Nachfrageanstieg hat zu starkem Verkehrsaufkommen an polnischen Tankstellen in Grenznähe geführt. Betreiber und Mineralölunternehmen in diesen Regionen könnten Schwierigkeiten haben, mit dem erhöhten Aufkommen Schritt zu halten. Unterdessen hat auch die deutsche Regierung Schritte unternommen, um die Spritkosten zu stabilisieren, und eine Regelung eingeführt, die Preisanpassungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr erlaubt.

Die Osterfeiertage und jüngste Grenzkontrollen verschärfen die Staus zusätzlich, wobei nicht alle Verzögerungen auf den Tanktourismus zurückzuführen sind. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) weist darauf hin, dass die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen dieses grenzüberschreitenden Einkaufsverhaltens noch unklar sind.

Mit den Preisdeckeln will Polen die finanzielle Belastung der Autofahrer angesichts steigender Ölpreise verringern. Deutsche Kraftfahrer profitieren zwar von den niedrigeren Kosten, doch lokale Unternehmen in der Grenzregion könnten vor betrieblichen Herausforderungen stehen. Die Situation verdeutlicht die weitreichenden Folgen schwankender Spritpreise in ganz Europa.

Quelle