Pflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028
Clara HartmannPflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028
Deutschlands Pflegeversicherung steht vor dem Kollaps
Das deutsche System der Pflegeversicherung steckt in der tiefsten Krise seiner Geschichte. Nach 31 Jahren kämpft es mit explodierenden Kosten und unbeglichenen Schulden – und steht kurz vor dem Zusammenbruch. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnt, die Versicherung biete mittlerweile nur noch „Teilleistungen“ und könne den tatsächlichen Pflegebedarf nicht mehr vollständig decken.
Die finanzielle Schieflage hat sich über Jahre zugespitzt: Die Pflegekassen geben mehr aus, als sie einnehmen, während die Eigenanteile der Versicherten bereits an ihre Belastungsgrenze gestoßen sind. Hinzu kommt, dass der Bund der Pflegeversicherung noch immer rund 5 Milliarden Euro ausstehenden COVID-19-Kosten schuldet.
Auch die Bundesländer kommen ihren Verpflichtungen nicht nach: Sie übernehmen die Investitionskosten in Pflegeheime nicht – würde dies geschehen, könnten die Bewohner im Schnitt 500 Euro im Monat sparen. Ein weiteres großes Problem ist die fehlende Erstattung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige, die in diesem Jahr allein rund 10 Milliarden Euro ausmachen. Ohne diese Zahlungen bleibt das System massiv unter Druck.
Warken rechnet für die Jahre 2027 und 2028 mit einem kumulierten Defizit von 22,5 Milliarden Euro. Als Reaktion will sie bis Mitte Mai einen Gesetzentwurf für eine Pflegereform vorlegen. Ziel ist es, die Finanzierung zu stabilisieren und die Versorgung für die Betroffenen bezahlbar zu halten.
Die Reformen werden darüber entscheiden, ob die Pflegeversicherung in ihrer heutigen Form überleben kann. Ohne schnelles Handeln werden die wachsenden Defizite und unbeglichenen Verpflichtungen weiterhin Versicherte und Pflegeeinrichtungen belasten. Warkens Plan soll diese Lücken schließen, bevor sich die Lage weiter verschärft.






