Ostdeutsche Flughäfen kämpfen um Passagiere nach Pandemie und Billigflug-Krise
Jonas HofmannWarum straucheln Ostflughäfen, während andere wieder aufblühen - Ostdeutsche Flughäfen kämpfen um Passagiere nach Pandemie und Billigflug-Krise
Flughäfen in Ostdeutschland kämpfen mit den Folgen der Pandemie
Die Flughäfen in Ostdeutschland kommen nur langsam von den Auswirkungen der Pandemie zurück. Der Anteil der Billigflüge am Flughafen Dresden ist stark gesunken – von über 40 % vor 2020 auf nur noch 6 % im Jahr 2025. Auch in Leipzig ging der Anteil deutlich zurück, von knapp 18 % auf unter 10 % im gleichen Zeitraum.
Doch die zögerliche Erholung hat weniger mit kurzfristigen Rückschlägen zu tun als mit tiefgreifenden strukturellen Problemen.
Die schwächere Performance der Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden liegt vor allem an ihrer Abhängigkeit von Inlandsverbindungen und klassischen Linienflügen. Airlines verlagern ihre Kapazitäten dorthin, wo die Nachfrage stabiler ist – etwa in touristische Ziele oder große Drehkreuze. Diese Verschiebungen haben die ostdeutschen Flughäfen mit weniger Optionen zurückgelassen.
Zusätzlich verschärft der Wettbewerb die Lage. Größere Flughäfen wie Berlin Brandenburg (BER) oder Prag ziehen preissensible Reisende ab. Nürnberg hingegen profitiert von einem wohlhabenderen Einzugsgebiet und stabileren Passagierzahlen.
Der Rückzug von Ryanair aus Leipzig/Halle im vergangenen Jahr unterstrich die Herausforderungen. Die Airline begründete ihren Schritt mit hohen Gebühren und Abgaben in Deutschland. Als Reaktion wird Sachsen den Flughafen Dresden ab 2027 mit zusätzlichen 9 Millionen Euro jährlich unterstützen, um den Betrieb zu sichern.
Langfristig planen sowohl Sachsen als auch Sachsen-Anhalt, die Subventionen für die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden bis 2030 schrittweise abzubauen. Dieser Schritt könnte weitere Anpassungen erzwingen, wie die Flughäfen künftig betrieben werden und Airlines anziehen.
Der Rückgang der Billigflüge und die verlangsamte Erholung spiegeln die allgemeinen Trends im ostdeutschen Luftverkehr wider. Ohne staatliche Unterstützung müssen Dresden und Leipzig/Halle sich neu erfinden, um im Wettbewerb zu bestehen. Ihre Zukunft hängt davon ab, trotz struktureller Nachteile Wege zu finden, Airlines und Passagiere zu gewinnen.






