02 February 2026, 04:15

Ölpest 2025 zerstört Lebensräume im Thüringer Naturschutzgebiet dauerhaft

Eine Libelle auf einem Stock in einem Teich sitzend, umgeben von grünen Pflanzen und schwimmenden Blättern.

Ein Jahr nach Ölspill in der Thuer Wiesen - Weniger Libellen - Ölpest 2025 zerstört Lebensräume im Thüringer Naturschutzgebiet dauerhaft

Ölpest im Februar 2025 belastet Naturreservat "Thüringer Auen" nachhaltig

Eine Ölpest im Februar 2025 in der Nähe des Naturschutzgebiets Thüringer Auen hat der heimischen Tierwelt langfristige Schäden zugefügt. Ein Lkw mit 30.000 Litern Heizöl kippte um, wodurch Öl in die Regenwasserkanalisation gelangte und die Pufferzone des Reservats verschmutzte. Umweltbehörden warnen nun, dass einige Arten Jahre für die Erholung benötigen – oder möglicherweise nie zurückkehren werden.

Der Unfall ereignete sich, als der Lastwagen umstürzte und das auslaufende Öl sich über Entwässerungskanäle in die Erweiterungsfläche des Schutzgebiets ausbreitete. Besonders betroffen waren Vögel: Viele wurden mit einer dicken Öelschicht überzogen aufgefunden, die ihnen das Fliegen und die Wärmehaltung unmöglich machte – ihre Überlebenschancen sanken dramatisch.

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Monatelang arbeiteten Aufräumteams an der Beseitigung der Folgen, doch das Öl war bereits tief in die Schilfbestände eingedrungen. Dadurch wurde die Brutzeit von Wasservögeln gestört, da Nistplätze verschmutzt oder unzugänglich waren. Während der Kernbereich des Naturschutzgebiets – bestätigt durch Boden- und Wasseranalysen – verschont blieb, litt die äußere Pufferzone stark. Ein Jahr später sind einige Libellenarten, die dort einst heimisch waren, vollständig verschwunden.

Doch nicht alle Tiere hatten mit den Folgen zu kämpfen: Ein Paar Weißstörche zog im vergangenen Sommer trotz der Katastrophe drei Jungtiere groß. Dennoch bleibt das gesamte Ausmaß der Schäden unklar. Amphibien, Fische und Kleinstlebewesen wie Wasserinsekten könnten ebenfalls betroffen sein, doch die genauen Folgen werden noch untersucht.

In den vergangenen fünf Jahren hatte die Kernzone des Schutzgebiets dank sauberem Wasser, stabiler Hydrologie und geringerer Nährstoffbelastung 28 Libellenarten beherbergt. Die Erweiterungsfläche hingegen war bereits durch intensive Landnutzung, Dürreperioden und nun die Ölpest belastet – Faktoren, die vermutlich zum Rückgang der Insekten beitrugen.

Umweltministerin Katrin Eder betonte, dass die Auswirkungen des Unglücks noch Jahre spürbar sein könnten. Der Verlust der Libellen und die anhaltenden Risiken für andere Tierarten zeigen, wie lang der Weg zur Erholung sein wird. Die Überwachung der betroffenen Ökosysteme wird fortgesetzt, um zu prüfen, ob sich die Natur langfristig erholen kann.