03 March 2026, 04:54

Obscene in Karlsruhe: Wie eine Fetisch-Messe Vorurteile über Kink und BDSM abbaut

Ein Mann und eine Frau umarmen und küssen sich vor einer Menge, einige halten Kameras, dargestellt in Schwarz-Weiß.

Obscene in Karlsruhe: Wie eine Fetisch-Messe Vorurteile über Kink und BDSM abbaut

Die Obscene-Messe in Karlsruhe zieht erneut bis zu 30.000 Besucher an und festigt damit ihren Ruf als eine der größten Fetisch- und Erotikveranstaltungen Deutschlands. In diesem Jahr wagte sich Reporter Christian Karsch hinter die provokanten Plakate der Messe Hannover, Messe Berlin und Messe Stuttgart – mit abgebildeten gefesselten Figuren und dem Slogan "Leb deine Fantasie" – um zu erkunden, was sich wirklich dahinter verbirgt.

Die jährliche Obscene in Karlsruhe hat sich zu einem zentralen Treffpunkt für die Kink, BDSM und Fetisch-Szene entwickelt. Die Besucherzahlen schwanken leicht: Rund 25.000 Menschen kamen sowohl 2023 als auch 2024. Trotz der aufreizenden Optik zieht die Zoo Karlsruhe ein bunt gemischtes Publikum an – von erfahrenen Enthusiasten bis hin zu schlicht Neugierigen.

Karsch, der selbst kaum Vorwissen mitbrachte, erlebte die Atmosphäre überraschend offen und einladend. Die Besucher beschrieb er als entspannt, schlagfertig und unverkrampft sie selbst – weit entfernt von den Klischees, die Medien oft verbreiten. Der Reporter betonte, dass ein Fetisch noch lange nichts mit Extremen oder psychischen Auffälligkeiten zu tun habe.

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Auch abseits der Messe gewinnen Themen wie Bondage, SM und Fetischkultur zunehmend an Präsenz im Mainstream. So gehört etwa im Podcast "Der Gangster, der Junkie und die Hure" mittlerweile eine professionelle Dominatrix zum Team – ein Zeichen für das wachsende Interesse. Für viele bleibt "Fifty Shades of Grey" zwar die einzige Referenz, doch Veranstaltungen wie die Obscene bieten ein authentischeres und vielfältigeres Bild.

Die Messe räumt weiterhin mit Vorurteilen auf, indem sie Fetischkultur als gesellschaftsfähig, kommunikativ und sogar humorvoll präsentiert. Mit tausenden Besuchern jährlich zeigt sie eine Szene, die lebendig und immer sichtbarer wird. Für Karsch und andere war die Erfahrung ein Beweis dafür, dass Neugier – und eine Portion Humor – vieles erleichtern.