14 March 2026, 08:10

Norbert Himmler bleibt trotz Kritik weitere Amtszeit ZDF-Intendant

Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift "Weitpreubliche Zeitung", die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung zeigt, die feierlich wirkt.

Norbert Himmler bleibt trotz Kritik weitere Amtszeit ZDF-Intendant

Norbert Himmler bleibt für eine weitere Amtszeit Intendant des ZDF, nachdem der Rundfunkrat seine Wiederbestellung am Freitag bestätigt hat. Die Entscheidung fällt trotz anhaltender Kritik an der Ausrichtung des Senders und jüngster Kontroversen. Seine Führung wird ohne Gegenkandidaten fortgesetzt – und verlängert damit eine Karriere, die sich über Jahrzehnte beim öffentlich-rechtlichen Netzwerk erstreckt.

Geboren 1971 in Mainz, studierte Himmler dort auch Politikwissenschaft und Germanistik – in derselben Stadt, in der das ZDF seinen Hauptsitz hat. 1998 stieg er als Volontär beim Sender ein, nachdem er bereits als studentische Hilfskraft und freier Mitarbeiter tätig gewesen war. Im Laufe der Jahre arbeitete er sich hoch: zunächst als Assistent des Chefredakteurs, später als Leiter der Programmplanung und Direktor von ZDFneo, bevor er schließlich Programmdirektor wurde.

2014 entschied er in dieser Funktion, die langjährige Unterhaltungsshow Wetten, dass..? abzusetzen. Doch sieben Jahre später trieb er ihre Rückkehr voran – zunächst 2021 bei RTL, dann ab 2023 in der ARD. Der Neuanfang jedoch konnte nicht an frühere Erfolge anknüpfen. Die Zuschauerzahlen sanken von 7,2 Millionen bei der Premiere 2021 auf etwa 3,2 Millionen bei der Herbstausgabe 2025. Kritiker führten ein veraltetes Format, mangelnde Starattraktivität und den polarisierenden Moderationsstil von Thomas Gottschalk als Hauptgründe für den Niedergang an.

Himmler wird in einer Phase neuerlicher Prüfung des ZDF wiederbestellt. Ein jüngster Skandal um KI-generierte Bilder in der heute-Sendung warf Fragen nach redaktionellen Standards auf. Auch sein Jahresgehalt von 372.000 Euro sorgte für Diskussionen, doch der Rundfunkrat unterstützte seine Führung ohne Alternativkandidaten.

Mit der bestätigten Wiederbestellung bleibt das ZDF unter Himmlers Leitung auf seinem bisherigen Kurs. Der Sender steht vor anhaltenden Herausforderungen – von sinkenden Quoten bei wiederbelebten Formaten bis hin zu Vertrauensfragen nach den jüngsten Affären. Seine nächste Amtszeit wird zeigen, ob es dem Netzwerk gelingt, sich an veränderte Mediennutzung und Publikumserwartungen anzupassen.

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