16 March 2026, 12:16

Niedersachsen: Weniger Kriminalität, aber mehr Messerangriffe als je zuvor

Eine Liniengrafik, die die Tötungsdelikte nach Alter des Täters und Waffennutzung von 1976 bis 2004 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Weniger Straftaten, aber mehr Messerangriffe - Niedersachsen: Weniger Kriminalität, aber mehr Messerangriffe als je zuvor

Kriminalitätsstatistik in Niedersachsen sinkt zum zweiten Mal in Folge – doch Messerangriffe erreichen Rekordhoch

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In Niedersachsen ist die Kriminalitätsrate zum zweiten Jahr in Folge zurückgegangen: 2025 wurden 506.634 Straftaten registriert. Der Rückgang folgt auf Änderungen in der Drogenpolitik und strengere Maßnahmen gegen Messergewalt. Dennoch warnen Behörden, dass einige Entwicklungen trotz der insgesamt positiven Bilanz besorgniserregend bleiben.

Die Entkriminalisierung von Cannabis trug maßgeblich zur Verringerung der erfassten Straftaten bei. 2025 wurden 5.572 weniger cannabisbezogene Delikte verzeichnet als in den Vorjahren. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) betonte jedoch, dass die Nachfrage das legale Angebot weiterhin übersteige – der statistische Rückgang sei daher trügerisch.

Messerangriffe erreichten indes einen neuen Höchststand: Die Zahlen stiegen um 4,26 Prozent von 3.055 Fällen im Jahr 2024 auf 3.185 im Jahr 2025. Die meisten Vorfälle betrafen Bedrohungen (1.739 gemeldete Fälle). Die Zahl schwerer Messerverletzungen sank leicht um 112 auf 766 Straftaten. Als Reaktion weitete das Land die waffenfreien Zonen in Hannover aus und führte neue Verbote in Braunschweig, Göttingen, Osnabrück und Wolfsburg ein.

Ein flächendeckendes Waffenverbot soll demnächst den gesamten öffentlichen Nahverkehr erfassen – also Busse, Züge, Fähren und Bahnhöfe. Das Innenministerium will damit Gewalt in besonders gefährdeten Bereichen eindämmen. Behrens zeigte sich zuversichtlich, dass Niedersachsen in den kommenden bundesweiten Vergleichen zu den sichersten Regionen Deutschlands zählen werde.

Gemischtes Fazit für 2025: Zwar ging die Gesamtzahl der Straftaten zurück, doch Messerdelikte erreichten einen Rekordwert. Die Behörden verschärfen nun die Beschränkungen für Waffen in öffentlichen Räumen, um der anhaltenden Herausforderung durch Gewaltkriminalität zu begegnen.

Quelle