Münsters Karnevalsgericht: Promis zwischen Lachen und fiktiven Skandalen
Theo MayerMünsters Karnevalsgericht: Promis zwischen Lachen und fiktiven Skandalen
Münsters Karnevalsgericht verspricht Lachen und Spektakel: Vier Prominente müssen sich in bewährter Tradition humorvollen Anklagen stellen
Die diesjährige Auflage des Karnevalsgerichts in Münster wird wieder für Heiterkeit und Unterhaltung sorgen: Vier bekannte Persönlichkeiten müssen sich in der langjährigen Tradition fiktiven Vorwürfen stellen. Die 55. Ausgabe der Veranstaltung, organisiert von der Paohlbürger Karnevalsgesellschaft, ist bereits seit Langem ausverkauft. Zu den "Angeklagten" zählen diesmal Popstar Mary Roos, Fußballfunktionär Clemens Tönnies, TV-Moderator Jörg Draeger und Oberbürgermeister Tilmann Fuchs.
In einem spielerischen Gerichtsverfahren mit übertriebenen Anklagen und humorvollen Plädoyers wird jeder der vier Prominenten vor den Richter treten. Die als "Tennisplatz-Prozess" bekannte Veranstaltung ist seit über einem halben Jahrhundert ein Höhepunkt des Münsteraner Karnevals.
Das Scheingericht wird jedem der Stars mit leichtfüßigen, aber ausgefeilten Vorwürfen konfrontieren. Mary Roos muss sich wegen eines angeblichen Skandals aus ihrer Gesangskarriere verantworten – konkrete Details wurden jedoch nicht preisgegeben. Jörg Draeger, bekannt als Moderator von Der Preis ist heiß, wird von Harry Wijnvoord verteidigt – eine ironische Wendung, denn Wijnvoord selbst saß 2022 auf der Anklagebank.
Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04, sieht sich dem fiktiven Vorwurf ausgesetzt, zu viel Geld in seinen eigenen Verein gesteckt zu haben, statt den heimischen Klub Preußen Münster zu unterstützen. Oberbürgermeister Tilmann Fuchs wiederum wird beschuldigt, bei kommunalen Projekten viel zu oft die Farbe Grün gewählt zu haben. Fuchs beteuert seine Unschuld und kündigt an, dies im Verfahren beweisen zu wollen.
Das Verfahren folgt einem festen Ablauf: Am Ende fällt ein Richter das "Urteil" darüber, wer der erfundenen Vergehen wirklich "schuldig" ist. Alle Beteiligten haben sich gründlich vorbereitet und schlüpfen mit Begeisterung in ihre Rollen, um das Publikum zu unterhalten. Seit 1969 ist das Karnevalsgericht fester Bestandteil der Münsteraner Fastnachtsfeiern – eine Mischung aus Satire, lokalem Humor und prominenten Gästen.
Das "Urteil" wird den diesjährigen Scheinprozess beschließen, ohne dass reale Konsequenzen drohen. Die Veranstaltung bleibt eine geliebte Tradition, die Komödie mit Gemeinschaftsgeist verbindet. Dass die Tickets für die 55. Paohlbürger Karnevalssitzung innerhalb kürzester Zeit vergriffen waren, unterstreicht ihre ungebrochene Beliebtheit in Münster.






