Mittelstand bleibt bei Merz' Wirtschaftsreform-Gipfel außen vor – Verbände protestieren
Clara HartmannMittelstand bleibt bei Merz' Wirtschaftsreform-Gipfel außen vor – Verbände protestieren
Deutschlands Mittelstand – das Rückgrat aus kleinen und mittleren Unternehmen – bleibt bei einem zentralen Regierungsgipfel außen vor. Der von Bundeskanzler Friedrich Merz einberufene Spitzentreffen bringt Gewerkschaften und große Arbeitgeberverbände zusammen, um über Wirtschaftsreformen zu beraten. Doch Branchenverbände warnen, dass wichtige Stimmen an diesem Tisch fehlen.
Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Mittlere Wirtschaft (BVMW), warf der Regierung vor, den Mittelstand bei dem aus seiner Sicht „wichtigsten Treffen dieser Legislaturperiode“ zu ignorieren. Er kritisierte, dass der Gipfel die vielfältige Wirtschaftslandschaft Deutschlands nicht abbilde, sondern sich auf große Industriekonzerne konzentriere.
Der BVMW und zehn weitere Wirtschaftsverbände äußerten „wachsende Sorge“ über den Ausschluss. Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation und Unsicherheit betonten sie, dass auch kleinere Unternehmen eine Stimme brauchen. Ahlhaus warf der Regierung zudem vor, sich nach dem gescheiterten Treffen in der Villa Borsig „in eine Ecke manövriert“ zu haben.
Zentrale Forderungen der Verbände – wie Bürokratieabbau, eine Reform der Einkommensteuer und flexiblere Arbeitsgesetze – bleiben bisher unerfüllt. Ahlhaus warnte davor, frühere Fehler zu wiederholen, und verwies auf das gescheiterte 1.000-Euro-Bonusprogramm als Beispiel für eine Politik, die die Realität kleinerer Betriebe ignoriert.
Der Gipfel findet ohne direkte Beteiligung des Mittelstands statt, obwohl es Forderungen nach breiterer Repräsentation gibt. Die Wirtschaftsverbände drängen weiterhin auf Reformen, die die Herausforderungen kleiner und mittlerer Unternehmen angehen. Ihre Ausgrenzung lässt zentrale wirtschaftliche Fragen in den aktuellen Diskussionen ungelöst.






