11 April 2026, 10:10

Merz zweifelt am Kohleausstieg und fordert Gaskraftwerke als Energielösung

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Merz zweifelt am Kohleausstieg und fordert Gaskraftwerke als Energielösung

Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel an Deutschlands geplantem Kohleausstieg geäußert. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem steigende Energiekosten die Verbraucherpreise mit der höchsten Rate seit Jahren in die Höhe treiben. Der CDU-Vorsitzende schlug zudem Änderungen in der deutschen Energiestrategie vor, darunter den Bau neuer Gaskraftwerke und eine verlängerte Nutzung von Kohle.

Allein im März werden die Preise voraussichtlich um 1,1 Prozent gegenüber Februar steigen. Im Vergleich zum Vorjahr könnte die Inflation 2,6 Prozent erreichen – angetrieben auch durch die Spannungen im Nahen Osten.

Merz betonte, Deutschland solle den Kohleausstieg nicht überstürzen. Stattdessen schlug er vor, bestehende Kohlekraftwerke länger am Netz zu lassen. Dies würde helfen, die Energieversorgung zu stabilisieren, während der Ausbau der Erneuerbaren voranschreitet.

Gleichzeitig lehnte er eine schnelle Rückkehr zur Kernenergie ab. Allerdings schloss er die Technologie nicht vollständig aus. Merz sprach sich für die Forschung an kleinen modularen Reaktoren (SMR) aus und zeigte sich hoffnungsvoll in Bezug auf künftige Projekte zur Kernfusion in Deutschland.

Um die erneuerbaren Energien auszugleichen, schlug er den Bau neuer grundlastfähiger Gaskraftwerke vor. Diese könnten eine stetige Stromversorgung sicherstellen, wenn Wind- und Solarstrom schwankt. Trotz dieser Anpassungen bekräftigte Merz sein Engagement für den Ausbau grüner Energien.

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Die wirtschaftliche Lage verleiht seinen Vorschlägen zusätzliche Dringlichkeit. Der Konflikt im Iran hat die globalen Energiemärkte durcheinandergebracht und die Verbraucherpreise in Deutschland in die Höhe getrieben. Der Anstieg von 2,6 Prozent im Jahresvergleich markiert den stärksten Preissprung seit Ende 2020.

Merz' Vorschläge deuten auf einen Kurswechsel in der deutschen Energiepolitik hin. Eine verlängerte Kohlenutzung und Investitionen in Gaskraftwerke würden die aktuellen Ausstiegspläne verändern. Gleichzeitig setzt die Inflation die Haushalte weiter unter Druck – der Anstieg um 1,1 Prozent im März verschärft die finanzielle Belastung zusätzlich.

Seine Position lässt zwar langfristig Optionen für die Kernenergie offen, setzt aber kurzfristig auf Gas und Kohle als Brückentechnologien. Die Regierung steht nun vor der Herausforderung, Energiesicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaziele in Einklang zu bringen.

Quelle