03 April 2026, 16:13

Merz' Rückkehrplan für Syrer trifft auf scharfe Kritik der Wirtschaft

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien und Daten zu Binnenvertriebenen aufgrund von Gewalt, begleitet von Text und Grafiken.

Merz' Rückkehrplan für Syrer trifft auf scharfe Kritik der Wirtschaft

Bundeskanzler Friedrich Merz' Plan, innerhalb von drei Jahren 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer zur Rückkehr in ihre Heimat zu bewegen, stößt auf massive Skepsis. Wirtschaftsexperten warnen, dass ein Abwandern in diesem Ausmaß die demografischen Probleme verschärfen und das ohnehin schwache Wachstum des Landes weiter belasten würde. Offizielle Zahlen zufolge leben derzeit rund 936.000 syrische Staatsbürger in Deutschland, die meisten von ihnen kamen während des Bürgerkriegs ins Land.

2024 kündigte Merz das ehrgeizige Ziel an, die Rückkehr der Syrer voranzutreiben, und verwies dabei auf Integrationsherausforderungen und politische Zielsetzungen. Doch führende Forschungsinstitute zweifelten schnell die Umsetzbarkeit dieser Pläne an. Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) argumentierte, dass selbst eine teilweise Rückkehr das bereits geringe Wachstumspotenzial Deutschlands zusätzlich belasten würde. Sie verwies auf die alternde Belegschaft und die niedrigen Geburtenraten als zentrale Problemfelder.

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Viele Syrer haben inzwischen Arbeitsplätze gefunden und tragen in Branchen mit Fachkräftemangel zur Stabilität bei. Ihr Weggang könnte die Erwerbsbevölkerung schrumpfen lassen und ganze Wirtschaftszweige, die auf migrantische Arbeitskräfte angewiesen sind, durcheinanderbringen. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut ergänzte, dass die jüngere Zuwanderung den demografischen Wandel vorübergehend abgemildert habe. Ein plötzlicher Massenexodus, so seine Warnung, würde den Verlust an Produktionskapazitäten beschleunigen.

Daten der Ausländerzentralregister-Behörde bestätigen, dass über 700.000 Syrer als Geflüchtete nach Deutschland kamen. Nach Jahren im Land machen ihre wirtschaftliche und soziale Integration eine großangelegte Rückkehr in absehbarer Zeit unwahrscheinlich.

Die geplante Rückkehroffensive sieht sich nun praktischen und wirtschaftlichen Hürden gegenüber. Mit fast einer Million Syrer, die längst in der deutschen Gesellschaft verwurzelt sind, würde ihr möglicher Abgang Lücken auf dem Arbeitsmarkt reißen und die demografischen Spannungen vertiefen. Experten betonen, dass eine Umkehr der Migrationsbewegungen in diesem Umfang die ohnehin fragile Wachstumsprognose weiter schwächen würde.

Quelle