02 February 2026, 22:12

Merz fordert Europas Abkehr von den USA – und setzt auf radikale Eigenständigkeit

Eine Europakarte mit farblich kodierten Ländern, die verschiedene Abkommen und Organisationen darstellen, begleitet von Text, der die Länder und beteiligten Nationen nennt.

Merz fordert größeren EU-Unabhängigkeit von den USA - Merz fordert Europas Abkehr von den USA – und setzt auf radikale Eigenständigkeit

Bundeskanzler Friedrich Merz fordert EU zur Unabhängigkeit von den USA und mehr Eigenständigkeit auf

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die EU aufgefordert, sich von der Abhängigkeit von den USA zu lösen und eine größere Eigenständigkeit anzustreben. In einer jüngsten Rede rief er zu tiefgreifenden Reformen auf, um Europas politische Handlungsfähigkeit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Seine Äußerungen deuten auf einen Kurswechsel in der Haltung Deutschlands und der EU in den Bereichen Technologie, Handel und globale Partnerschaften hin.

Merz kritisierte die EU für vertane Wachstumschancen und übermäßige Regulierung. Er argumentierte, Europa müsse sich reformieren, um seine Position als dynamische Wirtschaftsmacht zurückzugewinnen. Ein zentraler Bestandteil seiner Vision ist die Verringerung der Abhängigkeit von US-Lieferketten, insbesondere in Schlüsselsektoren wie Halbleitern und Energie.

Der Kanzler verwies auf jüngste US-Politikmaßnahmen wie die Rückverlagerung wichtiger Industrien, die Europa verletzlich zurückgelassen hätten. Als Beleg für die wachsenden transatlantischen Spannungen führte er anhaltende Streitigkeiten über den Datenschutz an – darunter die Bedenken der EU hinsichtlich unzureichender US-Sicherheitsvorkehrungen beim Datentransfer. Zwar betonte er die Bedeutung der Partnerschaft mit den USA, räumte jedoch ein, dass sich die Beziehungen grundlegend verändert hätten.

Um externe Abhängigkeiten zu verringern, skizzierte Merz konkrete Schritte, die bereits eingeleitet wurden. Die EU investiert in Bahntechnologie, darunter eine im April 2025 geplante Bestellung von 19 Stadler-FLIRT-Akku-Zügen durch die DB Regio, die ab 2028 zum Einsatz kommen sollen. Auch die Aufrüstung des Europäischen Zugsicherungsystems (ETCS) und des Automatischen Fahrbetriebs (ATO), finanziert über den "Connecting Europe Facility"-Fonds, schreitet voran – die Fertigstellung ist zwischen 2025 und 2027 vorgesehen. Weitere Maßnahmen umfassen Infrastrukturprojekte in der Arktis und strengere Vorschriften zur Reduzierung ausländischer Abhängigkeiten.

Über die Technologie hinaus schlug Merz eine umfassendere Strategie für Europas Zukunft vor. Er skizzierte das Bild eines souveränen, friedlichen und wirtschaftlich starken Kontinents, der in einer sich wandelnden globalen Ordnung gedeiht. Deutschland, so seine Ansicht, könnte ein Netzwerk gleichgesinnter Staaten anführen, das Multilateralismus und Freihandel fördert. Zudem hob er Chancen für Partnerschaften mit aufstrebenden Demokratien hervor, die engere Bindungen zu Europa suchen.

Im Kern seiner Botschaft stand der Appell, dass sich Europa durch eigene Stärke verteidigen müsse. Dazu gehöre die Belebung des Wirtschaftsstandorts sowie die Förderung von Ehrgeiz, Mut und Entschlossenheit in der gesamten Union.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Merz' Vorschläge markieren einen deutlichen Schub in Richtung europäischer Autonomie in Technologie, Handel und Sicherheit. Mit Investitionen in Bahninnovationen, arktische Infrastruktur und regulatorischen Reformen, die bereits auf den Weg gebracht wurden, unternimmt der Block konkrete Schritte, um externe Abhängigkeiten zu verringern. Die Vision des Kanzlers eröffnet zudem Möglichkeiten für tiefere Kooperationen mit neuen demokratischen Partnern – und könnte Europas Rolle in der Weltpolitik neu definieren.