Martin Günther kämpft für Klimagerechtigkeit im EU-Parlament – gegen Kürzungen und Abschiebungen
Jonas HofmannMartin Günther kämpft für Klimagerechtigkeit im EU-Parlament – gegen Kürzungen und Abschiebungen
Martin Günther, ein 43-jähriger Volkswirt aus Ost-Berlin, ist seit sechs Monaten Abgeordneter im Europäischen Parlament. Der langjährige Linke-Politiker übernahm im September 2023 den frei gewordenen Sitz von Carola Rackete. Nun konzentriert er sich darauf, die EU-Politik im Einklang mit Klimazielen und sozialer Gerechtigkeit neu auszurichten.
Günthers politische Wurzeln reichen tief: Seit über zwei Jahrzehnten ist er Mitglied der Linken. Er betrachtet die europäische Integration als ein linkes Projekt und betont die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen progressiven Parteien. Aktuell fungiert er als Berichterstatter im Schatten für den Wettbewerbsfähigkeitsfonds, wo er Änderungen erarbeitet, um die zersplitterten Förderströme zu vereinfachen.
Als vollwertiges Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit richtet er seinen Fokus auf Großkonzerne und Industrienationen als Hauptverursacher von Treibhausgasemissionen. Sein Heimatland Brandenburg, das derzeit jährlich rund 350 Millionen Euro aus EU-Mitteln erhält, drohen im Rahmen der geplanten Umverteilungspläne Kürzungen von mindestens 50 Prozent.
Die parlamentarische Arbeit auf dieser Ebene ist anspruchsvoll, und Günther gibt offen zu, dass Erfolge keineswegs garantiert sind. Unterdessen wächst die Zusammenarbeit zwischen konservativen und rechtsextremen Fraktionen im EU-Parlament – gemeinsam fordern sie verstärkte Abschiebungen nach Syrien. Österreich hat bereits mit solchen Rückführungen begonnen, trotz des anhaltenden Konflikts dort, wie in den Debatten um die Vereinbarungen vom März 2025 deutlich wurde.
Günthers Prioritäten bleiben klar: eine gerechte, klimabewusste Wirtschaft und eine stärkere linke Zusammenarbeit in Europa. Die drohenden Kürzungen der EU-Mittel für Brandenburg verleihen seinen Bemühungen zusätzliche Dringlichkeit. Seine Arbeit im Wettbewerbsfähigkeitsfonds und im Umweltausschuss wird in den kommenden Jahren maßgeblich die Politik mitgestalten.






