Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Clara HartmannSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, ist mit dem Internationalen Karlspreis 2022 ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in ihrer Heimat. Die Preisverleihung fand am Samstag in einem feierlichen Akt im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt.
Kolesnikowa war 2021 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko inhaftiert worden. Ein Gericht verurteilte sie zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie, wo sie bis zu ihrer Entlassung im Dezember 2025 blieb. Nach ihrer Freilassung erhielt sie in Deutschland politisches Asyl.
Die Jury des Karlspreises lobte ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen Lukaschenkos autoritäres Regime. Trotz ihrer Inhaftierung blieb sie ein Symbol des Widerstands gegen eine Regierung, die für ihre brutale Unterdrückung von Opposition bekannt ist. Lukaschenko, einer der engsten Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin, hält seit Jahrzehnten mit harter Hand an der Macht fest.
Belarus steht weiterhin unter Lukaschenkos Herrschaft und pflegt enge Bindungen zu Russland. Berichten zufolge von März 2026 zufolge stationiert das Land russische taktische Atomwaffen, während Lukaschenko versucht, ein schwieriges Balanceakt zwischen den Beziehungen zum Westen zu wahren. Oppositionelle wie Kolesnikowa leben indes im Exil und setzen sich für eine Unabhängigkeit Belarusslands vom russischen Einfluss sowie für engere Verbindungen zur EU ein. Menschenrechtsverletzungen halten an, und der Internationale Strafgerichtshof untersucht weiterhin mutmaßliche Deportationen.
Kolesnikowas Auszeichnung unterstreicht den anhaltenden Kampf um Demokratie in Belarus. Ihre Freilassung und das Asyl in Deutschland markieren einen seltenen Moment der Anerkennung für eine Oppositionsbewegung, die weiterhin Repressionen ausgesetzt ist. Die politische Landschaft des Landes bleibt von Lukaschenko dominiert – ein Wandel zeichnet sich trotz internationalem Druck kaum ab.