Machtkampf im Autogewerbe: ZDK und ZVK liefern sich erbitterten Streit um Beiträge und Einfluss
Jonas HofmannMachtkampf im Autogewerbe: ZDK und ZVK liefern sich erbitterten Streit um Beiträge und Einfluss
Die Spannungen zwischen dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und dem Zentralverband Kraftfahrzeugtechnik (ZVK) haben sich nach den umfassenden Reformen im Januar 2024 weiter zugespitzt. Der ZDK wirft dem ZVK vor, ein "bewusst inszeniertes Szenario" geschaffen zu haben, um eine Spaltung zu erzwingen, während gleichzeitig strukturelle Änderungen vorangetrieben werden, die die eigene Position stärken sollen.
Der Konflikt eskalierte im Oktober 2025, als der ZVK Anspruch auf 95 Prozent der bestehenden Mitgliedsbeiträge des ZDK erhob. Dieser Schritt erfolgte, nachdem der ZDK im Januar neue Satzungen eingeführt hatte, die als Maßnahme für mehr Transparenz und eine bessere Anpassung an "die Realitäten der Branche" beworben wurden. Die Reformen zielten zudem darauf ab, die gemeinsame Besetzung von Gremien zu beenden und eine klare institutionelle Trennung zwischen den beiden Verbänden durchzusetzen.
Als Reaktion führte der ZDK ein neues Beitragssystem ein, das jeden organisierten Betrieb verpflichtet, jährlich 100 Euro direkt an die Zentrale in Bonn zu zahlen. Diese Maßnahme sollte verhindern, dass Innungsbetriebe organisatorisch abdriften, und die Bindung zwischen den Werkstätten und der Hauptgeschäftsstelle stärken.
Der ZDK hat zudem zugesagt, das Engagement in den betroffenen Regionen zu verstärken und Unternehmen über die möglichen Folgen eines Austritts zu informieren. Zwar hat der Streit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen weitgehend an rechtlicher Brisanz verloren, doch der grundsätzliche Machtkampf bleibt ungelöst. Die Organisation besteht darauf, dass künftige Personalentscheidungen demokratisch durch die Mitgliederversammlung getroffen werden.
Seit den Reformen im Januar hat der ZDK in keiner öffentlichen Stellungnahme Vergleiche zur früheren Einflussnahme des ZVK gezogen oder die Änderungen in der Mitgliederansprache detailliert erläutert. Der Zeitpunkt der Umstrukturierung fällt mit einem Höhepunkt der Spannungen zwischen den beiden Verbänden zusammen.
Die Reformen des ZDK sind ein klarer Versuch, die Kontrolle zu festigen und den Einfluss des ZVK zurückzudrängen. Mit dem neuen Beitragssystem und Plänen für eine intensivere regionale Einbindung bereitet sich der Verband auf mögliche Folgen vor. Die nächsten Schritte werden zeigen, ob die Maßnahmen die Position des ZDK stabilisieren oder die Gräben weiter vertiefen werden.