Lissabon testet Drehkreuze und Zeitlimits für Touristen an Aussichtspunkten
Luisa HartmannLissabon testet Drehkreuze und Zeitlimits für Touristen an Aussichtspunkten
Lissabon führt an seinen beliebtesten Aussichtspunkten neue Regeln ein, um zu verhindern, dass Touristen zu lange verweilen. Ab Mai werden an zentralen Orten der Stadt Drehkreuze und Zeitlimits getestet. Die Maßnahmen sollen Überfüllung reduzieren und die Zugänglichkeit für alle gewährleisten.
Ein Pilotprojekt startet am 1. April 2023 an vier bekannten Aussichtspunkten: Graça, Senhora do Monte, Santa Catarina und São Pedro de Alcântara. Besucher müssen sich dann an Zeitbegrenzungen halten, die durch Drehkreuze und visuelle Ampelsignale gesteuert werden. Der Zutritt erfordert zudem ein Ticket.
Einwohner, die in den historischen Gemeinden steuerlich gemeldet sind, erhalten einen Sonderausweis. Damit können sie Warteschlangen umgehen und ihre Besuchszeit auf 20 Minuten verlängern. Wer gegen die Regeln verstößt, löst eine temporäre Sperre der Drehkreuze aus und muss ein Bußgeld von 15 Euro zahlen – die sogenannte TOEEC (Steuer auf übermäßige Nutzung panoramischer Flächen).
Die Einnahmen aus den Strafgeldern fließen in die tägliche Reinigung der technisch ausgestatteten Aussichtspunkte. Noch ist nicht geklärt, ob Glas-Drehkreuze oder andere intelligente Systeme nach der Testphase flächendeckend eingeführt werden.
Die neuen Maßnahmen beginnen mit einer Probephase Anfang April, bevor sie ab Mai voll greifen. Bei Erfolg könnte das System auf weitere Standorte in Lissabon ausgeweitet werden. Die Stadt hofft, damit die Bedürfnisse von Touristen und Anwohnern gleichermaßen in Einklang zu bringen.






