Linksextremisten legen Berlins Stromnetz lahm – und entfachen eine politische Debatte
Luisa HartmannPolizeigewerkschaft: Linksextremisten werden gewalttätiger - Linksextremisten legen Berlins Stromnetz lahm – und entfachen eine politische Debatte
Linksextremistischer Anschlag im Januar: 45.000 Berliner Haushalte ohne Strom – Forderungen nach härterem Vorgehen gegen politische Gewalt
Ein mutmaßlich linksextremistischer Anschlag im Januar hatte in Berlin die Stromversorgung von 45.000 Haushalten lahmgelegt. Die Tat hat eine Debatte über schärfere Maßnahmen gegen politische Gewalt ausgelöst. Die Behörden stehen nun in der Kritik, wie sie auf die wachsende Bedrohung reagieren.
An einem kalten Januarabend hatten Brandstifter Hochspannungskabel in Berlin angezündet. Der Angriff ließ tausende Haushalte stundenlang ohne Strom. Später bekannte sich eine Gruppe namens Vulkan-Gruppe zu der Tat.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt reagierte mit der Aussetzung einer Belohnung von einer Million Euro für sachdienliche Hinweise. Dirk Peglow, Vorsitzender der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), bezeichnete die Summe als ungewöhnlich hoch. Er sah darin eher ein Zeichen der Verzweiflung als eine durchdachte Strategie.
Peglow warnte, der Linksextremismus in Deutschland werde zunehmend gewalttätiger und besser organisiert. Er zweifelte daran, ob die Belohnung überhaupt Wirkung zeigen werde – angesichts der geschlossenen Strukturen und dezentralen Organisation der Szene. Noch größere Sorge bereitet ihm jedoch das Fehlen einer langfristigen Abstimmung zwischen den Bundesländern im Kampf gegen Extremismus.
Die BDK hatte bereits mehrfach gefordert, linksextremistische Bedrohungen ernster zu nehmen. Peglow räumte jedoch ein, dass es an verlässlichen Daten zu jüngsten Angriffen auf kritische Infrastruktur mangelt. Ohne klare Zahlen gestaltet sich die Einschätzung des Ausmaßes der Problematik schwierig.
Der Anschlag auf das Stromnetz im Januar hat Lücken in Deutschlands Umgang mit Linksextremismus offenbart. Die Polizeigewerkschaften drängen auf bessere Zusammenarbeit und nachhaltige Strategien. Bislang bleibt die eine Million Euro Belohnung die sichtbarste – wenn auch möglicherweise wirkungsloseste – Reaktion auf die wachsende Gefahr.






