Linke distanziert sich von antisemitischen Äußerungen ihrer Jugendorganisation
Jonas HofmannLinke distanziert sich von antisemitischen Äußerungen ihrer Jugendorganisation
Die Führung der Linken hat sich von umstrittenen Äußerungen distanziert, die Mitglieder ihres Jugendverbandes Linksjugend [’solid] getätigt haben. In den Aussagen wurden historische Diktatoren verherrlicht und antisemitische Sprache gegenüber Israel verwendet. Parteivertreter verurteilten die Kommentare scharf und forderten Konsequenzen.
Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks hatten Mitglieder der Linksjugend [’solid] in einem internen Forum Joseph Stalin, Mao Zedong und die ehemalige DDR gelobt. Dort war auch ein Bild der israelischen Flagge mit dem Schriftzug „Tod Israel“ gepostet worden. In Diskussionen über den Gaza-Krieg war von „israelischen Konzentrationslagern“ und einem „israelischen Völkermord im Namen des Judentums“ die Rede.
Christian Schaft, Fraktionsvorsitzender der Linken in Thüringen, verlangte auf dem Bundesparteitag eine klare Verurteilung dieser Aussagen. Auch die Berliner Parteichefs Kerstin Wolter und Maximilian Schirmer drängten auf ein entschlossenes Vorgehen gegen die antisemitischen Äußerungen. Die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner bestätigte, dass Ermittlungen eingeleitet worden seien und Konsequenzen folgen würden.
Die Parteiführung lehnte jede positive Bezugnahme auf den Stalinismus, die DDR oder antisemitische Aussagen entschieden ab. Schwerdtner betonte, die Linke habe sich längst vom Stalinismus distanziert und verurteile antisemitische sowie unmenschliche Positionen. Der Jugendverband war bereits in der Vergangenheit wegen ähnlicher Vorfälle in die Kritik geraten.
Die Partei hat ihre Haltung zu den umstrittenen Äußerungen deutlich gemacht. Die Ermittlungen laufen noch, doch die Führung signalisierte bereits, dass disziplinarische Maßnahmen möglich seien. Der Vorfall zeigt die Spannungen innerhalb der Partei über ihre historischen und ideologischen Bezüge auf.






