Landkreis gibt über 2.000 Euro für zwei Hotelzimmer aus – und erntet Kritik
Clara HartmannSturm um die Hotelrechnung des Landrats - Landkreis gibt über 2.000 Euro für zwei Hotelzimmer aus – und erntet Kritik
Eine kürzliche Hotelbuchung des Landkreises Ludwigslust-Parchim hat für Aufsehen gesorgt. Beamte gaben über 2.000 Euro für zwei Zimmer über drei Nächte aus – und ernteten dafür Kritik vom Bund der Steuerzahler. Die Verwaltung rechtfertigte die Ausgaben als notwendig für eine dienstliche Konferenzreise.
Der Landrat und eine Mitarbeiterin nahmen an einer Tagung in Hamburg teil, wobei die Zimmer kurzfristig gebucht werden mussten. Aufgrund begrenzter Verfügbarkeit wurden zwei Zimmer in letzter Minute reserviert, die für drei Nächte mehr als 2.000 Euro kosteten. Drei weitere, früher gebuchte Zimmer schlugen mit 1.500 Euro zu Buche.
Neben den Übernachtungskosten wurde zudem ein Abendessen für über 225 Euro im Rahmen eines Investorentreffens abgerechnet. Die Kreisverwaltung begründete die höheren Ausgaben mit dem Fehlen günstigerer Alternativen.
Der Bund der Steuerzahler bezeichnete die Buchung als "Luxus-Übernachtungen". Die Organisation verwies auf Ungereimtheiten bei früheren Abrechnungen: Die Hotelrechnung für 2023 war zunächst mit fast 2.600 Euro angegeben worden, bevor die Verwaltung sie auf 2.200 Euro korrigierte. Die durchschnittlichen Hotelpreise in der Nähe des Tagungsorts in Hamburg liegen je nach Saison zwischen 46 und 145 Euro pro Nacht.
Die Kreisverwaltung wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Kosten seien für eine Dienstreise gerechtfertigt. Nähere Angaben zu früheren Buchungsversuchen oder Gründen für die überdurchschnittlichen Preise blieben jedoch aus.
Die Gesamtkosten der Reise – inklusive Unterkunft und Bewirtung – werfen Fragen zur Verwendung öffentlicher Mittel auf. Während die Verwaltung die Ausgaben für notwendig hält, sehen Kritiker darin unnötigen Luxus. Die Debatte zeigt die anhaltende Skepsis gegenüber Reisebudgets in der Kommunalpolitik.






