Kulturminister Weimer in der Kritik: Warum Buchhändler und Verbände protestieren
Theo MayerKulturminister Weimer in der Kritik: Warum Buchhändler und Verbände protestieren
Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien, steht wegen mehrerer umstrittenener Entscheidungen zunehmend in der Kritik. Seine jüngsten Maßnahmen – von der Ausschließung von Buchhandlungen bei einem bedeutenden Preis bis hin zur Anordnung von Überprüfungen von Buchläden durch den Verfassungsschutz – haben in Kulturkreißen Empörung ausgelöst. Trotz des Gegenwinds hat die Bundesregierung ihre Unterstützung für ihn bekräftigt.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte Weimers Entscheidung, Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis auszuschließen und die Preisverleihung abzusagen, scharf. Kritik gab es auch an seiner Weisung an den Inlandsgeheimdienst, bestimmte Buchhandlungen zu prüfen – ein Schritt, der als unzulässige Einmischung gewertet wird. Zudem stieß sein Vorhaben, den Ausbau der Nationalbibliothek Leipzig zu stoppen, auf Widerstand.
Medienberichten zufolge versuchte Weimer zudem, Tricia Tuttle, die Direktorin der Berlinale, abzulösen. Die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und die Gemeinschaft der Zwangsarbeiter von Buchenwald-Dora forderten ihn auf, als Redner bei einer Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Lagers zurückzutreten.
Bundeskanzler Olaf Scholz verteidigte Weimer und betonte, viele seiner kulturpolitischen Initiativen würden auf breite Zustimmung stoßen. Friedrich Merz äußerte im Bundestag ebenfalls sein Vertrauen in den Minister. Der stellvertretende Regierungssprecher, Steffen Meyer, unterstrich diese Haltung und erklärte, Weimer erfülle seine Aufgaben mit der vollen Rückendeckung der Bundesregierung.
Trotz der wachsenden Kritik aus Kulturverbänden und -institutionen genießt Weimer weiterhin die Unterstützung zentraler politischer Akteure. Forderungen nach seinem Rücktritt wies die Regierung zurück und sicherte ihm damit seine weitere Rolle in der Kulturpolitik. Seine Entscheidungen bleiben jedoch innerhalb der Branche umstritten.






