Krieg und Inflation treiben Deutsche in Discount-Supermärkte – Aldi profitiert massiv
Theo MayerKrieg und Inflation treiben Deutsche in Discount-Supermärkte – Aldi profitiert massiv
Deutsche Verbraucher steigen auf Discount-Supermärkte um, da steigende Kosten und wirtschaftliche Unsicherheit zunehmen. Die Veränderung kommt nur drei Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs, wobei große Handelsketten an Boden verlieren, während Budget-Anbieter zulegen. Branchenexperten bezeichnen den Wandel als sowohl rasant als auch unerwartet.
Aldi Nord und Aldi Süd verzeichneten in der Kalenderwoche 12 die größten Zuwächse bei den Kundenzahlen. Aldi Nord steigerte seinen Marktanteil um 0,7 Prozentpunkte, während Aldi Süd im Vergleich zur Woche vor Kriegsbeginn sogar einen ganzen Punkt hinzugewann. Der Anstieg spiegelt einen breiteren Trend wider: Verbraucher suchen angesichts explodierender Energiekosten und erwarteter Preiserhöhungen nach günstigeren Alternativen.
Unterdessen kämpfen traditionelle Supermarktketten mit Rückgängen. Edeka verlor 0,6 Prozentpunkte bei den Besucherzahlen, Rewe büßte im gleichen Zeitraum 0,7 Punkte ein, und auch Kaufland verzeichnete einen Rückgang um 0,5 Punkte. Diese Verluste zeigen, wie Inflation und geopolitische Spannungen das Einkaufsverhalten prägen.
Die finanziellen Auswirkungen sind beträchtlich: Ein einziger Prozentpunkt Marktanteil entspricht für Deutschlands Lebensmitteleinzelhändler – die gemeinsam jährlich über 200 Milliarden Euro umsetzen – etwa 2 Milliarden Euro zusätzlichem Umsatz. Maarten Vander Beken von Accurat betonte, dass eine so schnelle und deutliche Veränderung im Konsumverhalten beispiellos sei.
Discount-Händler sichern sich nun einen größeren Anteil der Lebensmittelausgaben. Die Entwicklung stellt etablierte Ketten vor sinkende Kundenfrequenzen und mögliche Umsatzeinbußen. Angesichts weiter steigender Energiekosten könnte sich der Trend in den kommenden Monaten fortsetzen.






