24 May 2026, 20:11

Kretschmer fordert langfristige Strategie statt politischer Rasenmäher-Methode

Kretschmer zeigt sich aufgeschlossen für höhere Steuern

Kretschmer fordert langfristige Strategie statt politischer Rasenmäher-Methode

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat eine langfristige Wirtschaftsstrategie gefordert, um Deutschlands Zukunft zu sichern. Er kritisierte überstürzte politische Kurswechsel und mahnte einen ausgewogenen Ansatz bei Steuer- und Sozialreformen an. Seine Äußerungen fallen in eine Phase intensiver Debatten über Steuerentlastungen, Erbschaftsabgaben und Rentenanpassungen – kurz vor den anstehenden Landtagswahlen.

Kretschmer lehnte pauschale Kürzungen bei Subventionen ab, um damit Steuersenkungen zu finanzieren. Stattdessen schlug er vor, höhere Steuern auf Erbschaften und Spitzenverdiener könnten Teil der Lösung sein. „Wer breitere Schultern hat, muss mehr tragen als diejenigen mit schwächeren“, betonte er und signalisierte damit die Bereitschaft, die Last nach oben zu verlagern.

Zudem übt er Kritik an den geplante Renten- und Gesundheitsreformen der Regierung, die er als unkoordiniert bezeichnete. Wie aus Kreisen von CDU und SPD verlautet, wird erwogen, die Reformen bis nach den bevorstehenden Wahlen aufzuschieben. Kretschmer wies solche Stückwerk-Lösungen als unwirksam zurück und warnte: „Eine Rasenmäher-Methode ist keine kluge Politik.“

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte unterdessen vorgeschlagen, die Steuerlast für Gering- und Mittelverdiener zu verringern, indem die Beiträge der Wohlhabendsten erhöht werden. Gleichzeitig soll die Rentenkommission in Kürze verschiedene Optionen vorlegen – darunter eine mögliche Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Kretschmer bestand darauf, dass die Wähler Klarheit verdienten, und forderte „ein schlüssiges Gesamtkonzept“ statt zersplitterter Einzelmaßnahmen.

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Die Diskussion über die wirtschaftliche Ausrichtung Deutschlands hält an, wobei Kretschmer auf eine strukturierte, über ein Jahrzehnt angelegte Strategie drängt. Seine Haltung zu progressiver Besteuerung und Sozialreformen setzt den Rahmen für die weiteren Debatten. Die Ergebnisse dürften die politischen Weichenstellungen im Vorfeld der Landtagswahlen maßgeblich prägen.

Quelle