Kolleg Thüringen in Weimar schließt 2026 nach jahrelangem Studierenden-Schwund
Luisa HartmannMinisterium: Rechnungshof forderte Schließung der Thüringen-Kollegs - Kolleg Thüringen in Weimar schließt 2026 nach jahrelangem Studierenden-Schwund
Kolleg Thüringen in Weimar nimmt ab 2026 keine neuen Studierenden mehr auf
Das Kolleg Thüringen in Weimar wird zum Studienjahr 2026/2027 keine neuen Studierenden mehr aufnehmen. Die Entscheidung folgt auf jahrelange rückläufige Immatrikulationszahlen und hohe Betriebskosten. Als Hauptgründe für die geplante Schließung nannten Verantwortliche niedrige Abschlussquoten und finanzielle Belastungen.
Der Thüringer Rechnungshof hatte die Leistung des Kollegs geprüft und dessen Schließung empfohlen. Im vergangenen Jahr hatten nur neun von 27 eingeschriebenen Studierenden erfolgreich ihr Abitur erworben. Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich die Zahl der Studierenden fast halbiert – von einst über 100 auf nur noch 64.
Die jährlichen Ausgaben des Kollegs beliefen sich laut Angaben auf rund eine Million Euro. Trotz der Schließung können alle derzeit eingeschriebenen Studierenden ihr Studium wie geplant abschließen. Die Entscheidung stieß auf Kritik, unter anderem von Ulrike Grosse-Röthig, bildungspolitische Sprecherin der Linken in Thüringen.
Neben dem Kolleg Thüringen bietet das Land weitere Wege zum Abitur an. Volkshochschulen, Fernlehrgänge und das Thüringer Kolleg Weimar ermöglichen alternative Bildungswege. Bundesweit können Studierende an Fachakademien zudem in zwei Jahren Vollzeit oder drei bis vier Jahren berufsbegleitend einen staatlich anerkannten Abschluss erwerben, der einem Bachelor gleichgestellt ist.
Die Schließung des Kollegs Thüringen tritt 2026 in Kraft, neue Bewerbungen werden dann nicht mehr angenommen. Für bereits eingeschriebene Studierende ändert sich nichts – sie beenden ihre Kurse wie vorgesehen. Gleichzeitig bieten andere Bildungsträger in Thüringen und deutschlandweit weiterhin alternative Qualifikationsmöglichkeiten für Erwachsene an.






