"Kleiner Seestern": Neues inklusives Schwimmabzeichen für Kinder mit Behinderungen
Clara HartmannEinbeziehung im Schwimmbad: Verbände bieten "Seestern" - "Kleiner Seestern": Neues inklusives Schwimmabzeichen für Kinder mit Behinderungen
Zwei Bundesländer führen inklusives Schwimmabzeichen für Kinder mit Behinderungen ein
Unter dem Namen "Kleiner Seestern" haben Nordrhein-Westfalen und Baden ein neues Schwimmabzeichen eingeführt, das kleine, aber wichtige Fortschritte beim Schwimmenlernen würdigt. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund von Umfragen, die zeigen, dass viele Kinder in Deutschland nach wie vor nicht sicher schwimmen können.
Die Schwimm- und Behindertensportverbände der beiden Länder entwickelten das Abzeichen als Alternative zum klassischen "Seepferdchen", das volle Schwimmfähigkeiten voraussetzt. Der "Kleine Seestern" umfasst vier Stufen und honoriert Meilensteine wie das Öffnen der Augen unter Wasser oder das Schwimmen von 12,5 Metern in flachem Wasser.
Ziel der Initiative ist es, das Selbstvertrauen und die Teilhabe von Kindern mit Behinderungen zu stärken. Jan Pommer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Schwimm-Verbands, betonte, dass inklusive Programme insgesamt mehr Kinder zum Schwimmenlernen motivieren. Idriss Gonschinska, Leiterin des Deutschen Behindertensportverbands (DBS), bezeichnete das Abzeichen als "Erfolgsgeschichte" und hofft, dass andere Regionen nachziehen werden.
Eine Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2022 ergab, dass jedes fünfte Kind in Deutschland nicht schwimmen kann. Das neue Abzeichen soll diese Lücke schließen, indem es allen Kindern – unabhängig von ihren Fähigkeiten – den Zugang zum Schwimmen erleichtert.
Bisher ist der "Kleine Seestern" auf Nordrhein-Westfalen und Baden beschränkt. Kein anderes Bundesland hat bisher ein ähnliches Programm übernommen. Sollte sich die Initiative bewähren, könnte sie bundesweit die Vermittlung und Anerkennung von Schwimmfähigkeiten verändern.






