Kik startet radikale Wende: Neuer Chef und 300 Filialen dicht
Deutscher Discounter Kik steht vor tiefgreifenden Veränderungen in Führung und Filialnetz
Der Textildiscounter Kik vollzieht einen weitreichenden Führungswechsel und passt sein Filialnetz deutlich an. Zum 1. Juni übernimmt Ulrich Hanfeld die Position des neuen Vorstandsvorsitzenden. Parallel dazu wird das Unternehmen bis Ende 2026 rund 300 Standorte in Europa schließen.
Die personellen Umbrüche folgen einer Phase der Instabilität: Patrick Zahn verließ im September 2025 nach Konflikten mit dem Kik-Eigentümer, der Tengelmann-Gruppe, seinen Posten als CEO. Bereits zuvor hatten Finanzvorstand Rüdiger Hartmann und Betriebsleiter Dirk Ankenbrand das Unternehmen verlassen. Christian Kümmer, der zuvor beim Tierbedarfshändler Fressnapf tätig war, sprang daraufhin als interimistischer CEO ein – behielt dabei aber auch seine Rolle als CFO bei.
Ulrich Hanfeld bringt Erfahrung von Konkurrenzunternehmen mit: Über sechs Jahre führte er NKD, einen direkten Wettbewerber von Kik. Zuletzt leitete er bis zum Verkauf Anfang 2026 die österreichische Sportartikelkette Hervis. Branchenkenner beschreiben ihn als ausgeprägten Verkäufer, merken jedoch an, dass ihm bisher Erfolge bei der Sanierung angeschlagener Unternehmen fehlen.
Die Filialschließungen werden das Gesicht von Kik nachhaltig verändern. Allein in Deutschland fallen 135 Standorte weg, sodass noch etwa 2.200 Filialen übrig bleiben. Europaweit verringert sich die Zahl der Läden bis Ende 2026 netto um 225. Jela Götting, Managerin bei Tengelmann, wies unterdessen Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf des Unternehmens zurück.
Hanfeld übernimmt im Juni die Führung, während Kik sein Filialnetz strafft. Durch die Schließungen reduziert sich die Anzahl der Standorte um 225 – mit einem deutlichen Schwerpunkt in Deutschland. Zwar dementiert das Unternehmen Verkaufspläne, doch unter der neuen Führung steht eine umfassende Restrukturierung an.






