04 April 2026, 12:10

Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade entlarvt die Leichtgläubigkeit der Medien seit 40 Jahren

Zeichnung eines Mannes in Zylinder und Frack vor einer Menge mit einer Stange und einem Zaun im Hintergrund, beschriftet mit "April Fool's Day" unten.

Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade entlarvt die Leichtgläubigkeit der Medien seit 40 Jahren

Seit Jahrzehnten verwandelt der Künstler und Scherzkeks Joey Skaggs New York City in eine Bühne des Absurden. Seine jährliche Aprilscherz-Parade, die seit 1984 stattfindet, lockt Medien und Zuschauer mit abstrusen Versprechungen an – nur um am Ende das ganze Spektakel als ausgeklügelten Scherz zu entlarven. Die diesjährige Veranstaltung führte die Tradition fort, komplett mit einem Präsidialen-Double und einer satirischen Abrechnung mit aktuellen Skandalen.

Skaggs ist nicht der Einzige, der den 1. April für spektakuläre Täuschungen nutzt. Von einem fiktiven Baseball-Wunderkind bis zu einem nicht existierenden Schriftsteller hat dieser Tag eine lange Geschichte darin, selbst die scharfsinningsten Beobachter hereinzulegen.

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1986 lud Skaggs erstmals die New Yorker Medien zu seiner Parade ein, obwohl die Veranstaltung selbst bereits zwei Jahre früher begonnen hatte. Entlang der Fifth Avenue soll sie das "Recht der Öffentlichkeit, über Autoritäten zu lachen" feiern – und gleichzeitig den blindlings vertrauenden Medienkonsum auf die Schippe nehmen. Frühere Themen umfassten einen Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb und eine Y2K-Apokalypse-Party. In diesem Jahr führte ein Präsidenten-Imitator den Umzug an, gefolgt von der Vorführung eines Melania-Mockumentary und einer Live-Lesung der geschwärzten Namen aus den Jeffrey-Epstein-Akten. Trotz Ankündigungen groß angelegter Shows in Pressemitteilungen gab es nie eine echte Parade – und doch erschienen Fernsehteams und sogar Schul-Marschkapellen, nur um festzustellen, dass der Witz auf ihre Kosten ging.

Skaggs' Werk beschränkt sich nicht auf die Parade. 1976 inszenierte er das "Cathouse for Dogs", ein angebliches Bordell für Hunde, das Tierschützer in Aufruhr versetzte, bis der Schwindel aufflog. Ein weiterer Streich, "The Fish Condo", karikierte den urbanen Luxus, indem er Hochhauswohnungen für Goldfische anpries. In den 1980ern folgte "Celebrity Orgy", eine gestellte Veranstaltung, die die Boulevardpresse und ihre Besessenheit von Skandalen persiflierte. Allen seinen Scherzen liegt ein zentraler Gedanke zugrunde: die Medien als Spiegel zu nutzen, um zu zeigen, wie bereitwillig Menschen das Absurde als Wahrheit akzeptieren.

Auch andere zogen ähnliche Streiche. 1985 veröffentlichte Sports Illustrated einen Artikel über Hayden "Sidd" Finch, ein angebliches Pitching-Talent der Mets, das einen 270 km/h schnellen Fastball werfen konnte – um später zuzugeben, dass er erfunden war. Dreizehn Jahre später kündigte der Verlag Faber and Faber auf einer prominent besetzten Party einen neuen Roman des britischen Autors William Boyd an. Der Haken? Boyd existierte nicht; er war eine Erfindung des echten Schriftstellers William Boyd, der sich für den Scherz mit David Bowie verbündete, um den Literatur-Hype zu karikieren.

Skaggs' Parade und andere Aprilscherze leben von einer einfachen Wahrheit: Menschen – und Medien – glauben oft das, was man ihnen erzählt, egal wie abwegig es klingt. Die Streiche hinterlassen keine dauerhaften Politiken oder physischen Veränderungen, aber sie offenbaren ein Muster. Jahr für Jahr berichten Medien über die Parade, bevor sie merken, dass es nichts zu berichten gibt. Der Witz überdauert, weil auch die Bereitschaft, blind zu vertrauen, unverändert bleibt. Für Skaggs liegt die eigentliche Kunst nicht in der Lüge – sondern darin, zu enthüllen, wer darauf hereinfällt.

Quelle